Verpasstes Comeback für «Die Mumie»
Les mercredis du cinéma - Hélène Lavoyer
Eine Partnerkolumne von « Cinérevue , die Filmsendung von NeuchVox. Nächste Live-Übertragung: Montag, 2. Oktober 2017, 20:30 - 21:00 Uhr
Universal Pictures, das älteste amerikanische Produktions- und Vertriebsstudio, nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise in ein «Dark Universe», das in einer Reihe von Filmen zugänglich ist. Dieses «dunkle Universum» ist ein kreatives Konzept, das es ermöglicht, ein filmisches Universum «von Göttern und Monstern» zu entdecken. Es geht also darum, Dracula, Frankensteins Kreatur und andere Figuren in neu gestalteten Szenarien zum Leben zu erwecken. Das erste Fenster in dieses Universum öffnet sich mit Die Mumie, Sie wurde vor allem durch die Trilogie von Universal Pictures bekannt, in der Brendan Fraser die Hauptrolle spielte.
Jetzt kommt ein neuer Film ins Kino Mumie. Ahmanet (Sofia Boutella) ist eine Prinzessin im alten Ägypten. Sie ist die einzige Tochter des Pharaos und fühlt, dass ihr Schicksal als Königin ihr entgleitet, als ihr Bruder unerwartet geboren wird. Voller Wut schließt sie mit dem schrecklichen Gott Seth einen Pakt, der ihr die Thronbesteigung ermöglichen soll. Doch bevor sie den Mann, dessen Körper Seth als Hülle dienen sollte, töten kann, wird Ahmanet gefangen genommen, einbalsamiert und weit weg von ihrem Heimatland lebendig begraben.
Zweitausend Jahre später wird das Grab der Prinzessin von Nick (Tom Cruise) und Chris (Jake Johnson) entdeckt, zwei Eliteangehörigen der US-Armee und Jägern archäologischer Artefakte. Die Wege der beiden Freunde kreuzen sich mit denen von Jenny Halsey (Anabelle Wallis), einer jungen, leidenschaftlichen Archäologin. Während des Transports nach London erwacht die Mumie und ist zu allem bereit, um ihren Vertrag zu erfüllen und einen menschlichen Körper zu finden, damit Seth wieder zum Leben erweckt werden kann.
Es folgt eine spektakuläre Szene, in der das Flugzeug mit rasender Geschwindigkeit abstürzt und zusammen mit der Mumie und Nick zerschellt, der sich geopfert hat, damit Jenny mit dem Fallschirm abspringen konnte. Nachdem er in die Leichenhalle gebracht wurde, erwacht Nick in Topform wieder zum Leben. Der Geist von Chris (der von der Mumie verflucht wurde) warnt Nick, dass Ahmanet ihn für Seth auserwählt hat; sie wird vor nichts zurückschrecken. Es folgt eine Reihe von Ereignissen, die das Leben von Nick und Jenny bedrohen, in die er sich verliebt.
Zwischen zwei Explosionen wird dem Zuschauer die Figur des Dr. Jekyll vorgestellt. Da er in der Trilogie von 1999 bis 2008 fehlte, ist sein Auftritt ein Pluspunkt des Drehbuchs; endlich spürt man hier etwas Neues, das Wagnis, der Geschichte ein moderneres Element hinzuzufügen. Doch dem modernen Jekyll mangelt es schmerzlich an Einzigartigkeit. Er entspricht dem Stereotyp des verrückten Arztes, der von seiner Arbeit besessen ist – nämlich ein Heilmittel gegen das Böse zu finden – und unempfindlich gegenüber der Vorstellung von Kollateralschäden ist, die sein Ziel mit sich bringt … kurz gesagt, man ist weit entfernt von einer einzigartigen Persönlichkeit.
Auch wenn die Actionszenen gelungen und die Spezialeffekte sorgfältig umgesetzt sind, sind es doch der derbe Humor der Figuren und die verworrenen Handlungsstränge, die einem auf die Nerven gehen. Die eigentlich witzigen Dialoge sind schwer verdaulich, und die Ereignisse reihen sich mechanisch aneinander. Als hätte der Zuschauer keine anderen Erwartungen, als einem Spektakel aus Explosionen und Stunts beizuwohnen! Das plötzliche und eher mysteriöse Auftauchen von Dr. Jekyll und seinem Labor ist verwirrend, und die Verwicklungen, die sich ab der zweiten Hälfte des Films häufen, verhindern, dass die Figuren irgendeine Persönlichkeit entfalten können.
Das Böse, der Kampf der Guten gegen das Böse, die Liebe … all diese Themen, die im Kino aus so vielen verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden, kommen in Die Mumie wie eine Aneinanderreihung von Dialogen und Standardhandlungen. Es fällt schwer, den Film bis zum Ende anzusehen, ohne zu bedauern, nicht auf die DVD-Veröffentlichung gewartet zu haben. Die Einführung des «Dark Universe» wird in letzter Minute durch eine hochwertige Ästhetik (die Spezialeffekte und das Make-up beeindrucken nach wie vor) sowie eine überzeugende Sofia Boutella in ihrer Rolle als Mumie gerettet.
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Bildnachweis: © marvelll.fr
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