Wenn es zum Aktivismus wird, kann das humanistische Ideal zu blinden Flecken und Verblendung führen. Eine Warnung vor einer Weltdeutung, die auf der kolonialen Schuld des Westens basiert.
Der Rechtsstaat ist eine der wichtigsten Errungenschaften der modernen Gesellschaften. Wenn sich seine Definition jedoch der Ideendebatte entzieht, reduziert er die Politik auf eine technische Frage. Diese Entwicklung der liberalen Demokratien steht in Spannung zum Geist der Aufklärung.
Durch die Forderung nach immer mehr Transparenz fördern unsere Gesellschaften paradoxerweise Konformismus, Überwachung und Heuchelei. Hier wird das Recht auf Schweigen, auf Nuancen, auf Diskretion oder auch auf Mehrdeutigkeit verteidigt, das in einer liberalen Demokratie unverzichtbar ist.
Angesichts der Anordnungen, gesund zu leben, taucht der Lebemann als Gegenmodell auf. Eine Gelegenheit, diese Figur, die viel mehr ist als eine einfache Widerstandshaltung, neu zu erforschen.
Bryan Johnson verkörpert eine von der Technologie beherrschte Zeit, in der nur das zählt, was sich quantifizieren lässt. Eine bestimmte Vorstellung von Gesundheit, die mit dieser Ethik der Zahlen vereinbar ist, wird zum zentralen Wert. Dabei werden auch andere Komponenten des Wohlbefindens ausgeschlossen.
Wenn das Schweizer Volk – zweimal – die Frage der Höhe der Rundfunkgebühren zumindest für eine gewisse Zeit entschieden hat, muss die Diskussion über das Angebot, das durch diese Zwangsabgabe bereitgestellt wird, weitergehen. Dasselbe gilt für Frankreich.
Die Journalistin Marianne Grosjean richtet in jeder ihrer Kolumnen eine Botschaft an die Leser. In diesem Monat kommentiert sie die Fortschritte der medizinisch unterstützten Fortpflanzung (ART) in der Schweiz.
Als der Videokünstler Ralph Müller nach vier Jahren unsere Kolumnen verlässt, reflektiert er über die Grenzen des politischen Kommentars und begrüßt «Initiativen wie diese Zeitschrift, um die Zirkulation von Ideen und das Lesen zu fördern».
Jeden Monat liefert der Youtuber Ralph Müller seine bitterböse Analyse eines typischen Zeitphänomens. Diesen Monat untersucht er die Banalität des Bösen anhand von «Nürnberg».