Der 15h17 nach Paris

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geschrieben von Marina De Toro · 14. Februar 2018 · 0 Kommentare

Mittwochs im Kino - Marina De Toro

Nach American Sniper und Sully, Clint Eastwood widmet sich erneut modernen amerikanischen Helden, die dem breiten Publikum kaum bekannt sind, in Der 15h17 nach Paris. Diesmal ist seine Umsetzung jedoch anders, da nicht Schauspieler Charaktere darstellen, sondern die Protagonisten eines Ereignisses ihre eigenen Rollen spielen. Der Spielfilm ist eine Neuinszenierung des vereitelten Anschlags auf einen Zug am 21. August 2015 nach Paris.

Die drei Amerikaner Spencer Stone, Alek Skarlatos und Anthony Sadler spielen ihre eigene Rolle, in der sie das geplante Massaker eines dschihadistischen Terroristen an Bord des Thalys 9364 nach Paris verhinderten. Eastwood inszeniert nicht nur dieses vereitelte Drama, sondern geht auch auf die Kindheit und die Freundschaft der drei jungen Männer ein, die sich aus ihrer Anwesenheit in diesem Zug ergaben. Die drei Freunde wollten ursprünglich nur eine Rundreise durch Europa machen und gerieten dann in eine Situation, die Mut und Improvisation erforderte.

Diese Produktion unterscheidet sich nicht nur in der Besetzung, sondern auch in der Art und Weise, wie gefilmt wird, und das Drehbuch wirft manchmal Fragen über die Absichten des Regisseurs auf. Obwohl der Film die Realität widerspiegeln soll, sind einige Szenen manchmal karikaturistisch und scheinen eine Botschaft zu vermitteln, die meiner Meinung nach nicht relevant ist: Sie waren dazu prädestiniert, dieses Drama zu erleben.

Das Schicksal als roter Faden

Der Film dreht sich um das Leben der drei Jungen; wir sehen sie als Jugendliche in einer sehr katholischen Schule in Kalifornien, die sie Disziplin und Respekt vor der Religion lehrt. Natürlich sind die drei Jungen nicht wie die anderen Schüler, denn sie fluchen, sind schlecht im Unterricht und wollen nur zusammen «Krieg spielen». Später treten Spencer und Alek in die Armee ein, während Anthony sich seinem Studium widmet.

Zwar sind die verschiedenen Ereignisse in ihrem Leben unbestritten, aber die Art und Weise, wie sie in Szene gesetzt werden, stellt ein Problem dar. Der Film vermittelt uns nämlich den Eindruck, dass sich die drei Jugendlichen schon in jungen Jahren unbewusst auf diesen Anschlag vorbereitet haben. Mehrere Szenen beziehen sich auf das Schicksal; sei es von Seiten der Mütter, die spüren, dass ihre Söhne etwas Außergewöhnliches erleben werden, oder die Vorahnung eines der Jungen, der das Gefühl hat, dass sein Leben ihn zu etwas Großartigem führen wird. Die Fakten und Aussagen müssen nicht in Frage gestellt werden, aber die Art und Weise, wie sie behandelt werden, als wäre ihnen ein Schicksal versprochen, erscheint nicht relevant. Außerdem bleibt Alek in einem Interview dabei, dass sie «zur falschen Zeit am falschen Ort» waren, was das Unverständnis gegenüber dem Drehbuch des Films noch verstärkt.

Große Rekonstruktionsarbeit

Trotz einer Einschränkung beim Drehbuch bestand Clint Eastwood auf der Plausibilität seiner Regiearbeit, indem er eine millimetergenaue Nachstellung der Ereignisse inszenierte. Er rekrutierte nicht nur einen Großteil der Personen, die sich zum Zeitpunkt des Dramas im Zug befanden, sondern griff auch auf die Rettungsmannschaften zurück, die an diesem Tag im Einsatz waren. Dies ist eine mutige Entscheidung des Regisseurs, da er ein schreckliches Ereignis nachstellt, das die Schauspieler selbst nacherleben und interpretieren wollen. Der Realismus ist sehr präsent, zumal keine Kunstgriffe hinzugefügt wurden; es gibt fast keine Musik und die Szene im Zug ist sehr packend, da es im Gegensatz zu einigen anderen kein Geschrei oder Hysterie gibt Blockbuster, Aber nur Schweigen und Angst.

Alles in allem ist es eine lobenswerte Initiative von Clint Eastwood, echte Helden auf die Leinwand bringen zu wollen. Man darf jedoch nicht vergessen, dass dieser Film auf die tatsächlichen Ereignisse abzielen will, und das Auftreten der drei jungen Männer als Schauspieler ihrer eigenen Figuren durchbricht die Barriere der Fiktion und führt uns eher in Richtung einer Rekonstruktion. Daher sollte die Erwartungshaltung nicht die gleiche sein wie bei American Sniper, wobei letzterer eher ein Film nach einer wahren Geschichte ist, während Der 15h17 nach Paris ähnelt den auf der Leinwand wiedergegebenen wahren Begebenheiten.

Schreiben Sie dem Autor : detoro.marina@bluewin.ch

Fotocredit: © Warner Bros.

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