«Packing Heavy», wo das Kino fehlte

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geschrieben von Loris S. Musumeci · 14 April 2018 · 0 Kommentare

Internationales Filmfestival Freiburg - Loris S. Musumeci

« Morgen werden sie Nenino befreien.»

Tomas lebt bei seiner Mutter. Er streift umher; abends spät, tagsüber statt zur Schule zu gehen. Er hat ein paar gute Freunde, mit denen er Fahrrad fahren, lachen, Limonade trinken und zu besonderen Anlässen eine Zigarette rauchen kann. Tomas ist erst zwölf Jahre alt. Die verwitwete Mutter denkt an ein Date mit ihrem Lebensgefährten und vernachlässigt ihren Sohn, der auf sich allein gestellt ist. Trotz seines zarten, runden Gesichts hat es der Junge nicht leicht. Und alles wird noch komplizierter, als er erfährt, dass der Mörder seines Vaters aus dem Gefängnis entlassen wurde.

Die Thematik des Kindes, das von seiner Mutter verlassen wird und nach einem Drama versucht, sich wieder aufzubauen, ist wohlbekannt. Sie wurde auf allen Bildschirmen immer und immer wieder gezeigt. Dennoch ist es notwendig, sich damit auseinanderzusetzen. Die Geschichte ist immer ergreifend. Sie stellt natürlich Fragen und gibt keine eindeutigen Antworten. Es gibt kein Wunder und keine Lösung.’Happy End Hollywood. Packing Heavy, in der Ader des italienischen Neorealismus, ist von dieser Art.

Der argentinische Regisseur Dario Mascambroni liefert nämlich lediglich ein Sozialgemälde ohne Moral oder Auflösung. Er filmt die Lebensepisode eines Jungen, dessen Psychologie von kindlicher Unschuld und Gefühlen des Hasses und der Rache durchsetzt ist. An sich ist das Projekt immer interessant. Leider hat der Film Schwierigkeiten, die Herzen zu berühren.

Sicherlich rührt der kleine Tomas die Gemüter. Dennoch wird der Spielfilm nicht mit genügend Kraft getragen. Die Kamera beginnt ihre Fahrt gut, indem sie die Kinder auf ihren Fahrrädern nachts mitten auf der Straße von hinten filmt. Die Ästhetik ist da. Aber alles erschöpft sich ziemlich schnell und Heavy Packing entwickelt sich quasi zu einem Bericht einer Sozialarbeiterin; fad und ohne Stil. Schade, denn die Thematik war da und die Schauspieler auch. Dario Mascambroni hat es einfach versäumt, wirklich Kino zu machen.

«Wie hast du ihn getötet?»

Schreiben Sie dem Autor : loris.musumeci@leregardlibre.com

Fotocredit: © Packing Heavy

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