«Hereditary» - ein Wahnsinnsfilm!
Mit ErblichMit «Hereditary», einem Film im internationalen Wettbewerb des Neuchâtel International Fantastic Film Festival (NIFFF), gelingt es dem jungen New Yorker Regisseur Ari Aster, uns den Verstand zu rauben und uns das Blut in den Adern gefrieren zu lassen.
Es handelt sich um eine scheinbar gewöhnliche Familie, in der sich viele von uns wiedererkennen werden: Annie (Toni Collette), die etwas distanzierte, aber liebevolle Mutter; Steve (Gabriel Byrne), der Vater mit dem sanften Gesicht und der ruhigen, tröstenden Präsenz; zwei Kinder, der ältere Peter (Alex Wolff), der sich noch im Teenageralter befindet, und die jüngere Charlie (Milly Shapiro), deren auffälliges Gesicht uns zeigt, dass ihr Start ins Leben nicht ganz reibungslos verlaufen ist.
Nach dem Tod der Großmutter, die ihren Alltag teilte, trauert jedes Familienmitglied auf seine eigene Weise. Während die Trauer des Vaters und des Sohnes schüchtern, ja sogar distanziert ist, ist die von Annie und ihrer Tochter Charlie kontrastreicher. Das kleine Mädchen ist erschüttert, während ihre Mutter stoisch bleibt und keine Trauer empfindet. Aber ist es der Schock über den Tod ihrer Mutter, der Annie in diese scheinbare Ataraxie stürzt? Nein, denn sie hat ihre Mutter nicht geliebt. Annie wusste (und bedauerte) immer, dass ihre Mutter seltsam und unheimlich war. Als Charlie geboren wurde, wollte die verrückte alte Frau ihn sogar stillen. Aber am meisten verabscheute Annie die Leidenschaft ihrer Mutter für Esoterik.
Vom Drama zum Schrecken
Erblich zählt zwei Filme in einem. Der erste Teil ist ein Drama, grauenvoll und schrecklich. Charlie ist tot und die Schreie, die Annie ausstößt, als sie vom Tod ihrer Tochter erfährt, sind an der Grenze des Erträglichen. Ari Aster verfilmt hier das Unaussprechliche, das Unvorstellbare auf brutale und realistische Weise. Denn es gibt zwar ein Wort für den Verlust der Ehefrau (Witwer), des Ehemanns (Witwe) oder der Eltern (Waise), aber es gibt keine Worte für den Horror, der mit dem Verlust eines Kindes verbunden ist.
Wie kann Annie ihre Tochter zurückholen, wenn sie nicht weiß, wie sie mit ihrer Trauer umgehen soll? Es ist eine normale Reaktion, dass sie ihr Kind wiedersehen will. Aber was ist, wenn die Weigerung, die Realität zu akzeptieren, der Grund für den Horror ist? Dieser Film garantiert Gänsehaut und wird im Rahmen des Festivals im Kino Les Arcades in Neuchâtel am Freitag, den 13. März, erneut gezeigt. Natürlich.
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