Das Drama der Bauern von Edouard Bergeon auf die Leinwand gebracht

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geschrieben von Jonas Follonier · 13 November 2019 · 0 Kommentare

Les mercredidis du cinéma - Jonas Follonier

Es ist ein Film, der sowohl hart ist - in seiner Aussage und dem, was er auf der Leinwand zeigt - als auch künstlerisch gelungen und daher schön ist. Im Namen der Erde von Edouard Bergeon handelt von einem Bauern (Guillaume Canet), der den Hof seines Vaters übernimmt und trotz einer liebenden Frau und Kindern langsam vom Glück in den Horror abrutscht. Ein eindringlicher Film, der leider auf der Realität der Landwirtschaft und ihrer Entwicklung in den letzten vierzig Jahren beruht.

Frankreich, 1979. Pierre (Guillaume Canet) kehrt aus Wyoming zurück, wo er sich um Tausende von Tieren kümmern musste. Die Farm seiner Familie, die er nun vorfindet, gehört zwar zu einem kleineren Maßstab, aber das hat sie nicht daran gehindert, während seiner Abwesenheit erheblich zu wachsen. Sein Vater Jacques Jarjeau (Rufus), der den Hof nach dem Tod seines eigenen Vaters im Alter von nur dreizehn Jahren erbte, baute ihn natürlich weiter aus, allerdings nicht ohne die geltenden Normen zu verletzen. Nun ist Pierre an der Reihe, den Familienhof zu übernehmen. «Gut, wichtig ist, dass es in der Familie bleibt», In diesem Film wird der altmodische Bauer an seinen Sohn verhökert, als er den Hof vor dem Notar und Pierres Verlobter, der schönen und fremden Claire (Veerle Baetens), übergibt.

Rufus und Guillaume Canet in «Au nom de la terre» von Edouard Bergeon © Filmcoopi

Dreiundzwanzig Jahre später hat sich die immer schwieriger werdende Realität der traditionellen Landwirtschaft bemerkbar gemacht und die Schulden werden immer größer. Dennoch investiert Pierre massiv in neue Infrastrukturen, um mit der Zeit Schritt zu halten und den Hof rentabler zu machen. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber wenn es keine Hoffnung mehr gibt, ist schwarz eben schwarz. Die Aufzucht einer großen Geflügelpopulation wird schnell zur Katastrophe, als die neue Anlage, die eine Salatschüssel gekostet hat, bereits zu versagen beginnt. Das ist der Anfang von Pierres Höllenfahrt.

Die unbestreitbar hervorragenden Schauspieler, bis hin zu Pierres Sohn Thomas (Anthony Bajon), verbinden sich mit der anderen großen Stärke des Films, nämlich der Thematik der Vater-Sohn-Beziehung. «Pierre» ist der Vater; der Vater ist ein Stein, ein harter Fels, ein harter Rock. Pierre, ein Familienvater, der trotz der Liebe seiner Familie zunehmend arbeitslos wird, möchte vor allem nicht der Erbe der Härte und Strenge seines Vaters sein, auch wenn er dessen Hof erbt. Diese sind nicht nur auf eine alte und schwierige Welt zurückzuführen, sondern auch auf eine echte Boshaftigkeit, wie z. B. die Freude daran, die Arbeitsweise anderer zu kritisieren und nie bedingungslose Liebe für seine Frau oder seine Kinder zu zeigen.

Zweifellos spielt diese ewig schwierige Vater-Sohn-Beziehung, die so viele von uns kennen und die daher nahe an der universellen Sackgasse ist, eine große Rolle für den tragischen Ausgang von Pierre und des Films. Im Namen der Erde ist nicht nur ein wichtiges Werk über die aktuelle Thematik des Ernstes der Landwirtschaft, sondern geht sogar noch darüber hinaus, indem er ein Familiendrama mit intimen Frustrationen ohne Lösungen vom Vater zum Sohn einbaut. Vor der Leinwand kann man sich nicht irren: Man sieht, dass der Regisseur von seinen eigenen Erfahrungen spricht. Und die Art und Weise, wie er sie mit so viel Talent in eine fiktionale Form gebracht hat, ist mehr als bemerkenswert.

Schreiben Sie dem Autor: jonas.follonier@leregardlibre.com

Bildnachweis: © Filmcoopi

Jonas Follonier
Jonas Follonier

Bundeshauskorrespondent für «L'Agefi», Singer-Songwriter, Jonas Follonier ist Gründer und Chefredakteur von «Regard Libre».

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