Lous and the Yakuza in Tränen aufgelöst auf der großen Bühne von Paléo

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geschrieben von Erica Berazategui · 23. Juli 2023 · 0 Kommentare

Während das Paléo am 22. Juli in vollem Gange war, trat Lous and the Yakuza am frühen Abend auf der großen Bühne vor einem zögerlichen und dann begeisterten Publikum auf. In der Spätsommersonne setzte sich die belgische Künstlerin zaghaft durch.

Nach vier Festivaltagen lässt der Paléo-Besucher trotz der furchterregenden Hitze an diesem Samstag, dem 22. Juli, nicht nach. Auf der großen Bühne spuckt Lous and the Yakuza, Marie-Pierra Kakoma mit Vornamen, ihre Texte mit einem fulminanten Tempo aus. Das Publikum erfährt später, dass dies die erste Hauptbühne eines Festivals für die Künstlerin ist. Mit Tränen der Rührung drückt sie zwischen zwei Stücken ihre Freude darüber aus, dass sie hier ist, während sie vor einigen Jahren, als sie sich in prekären Verhältnissen befand und auf der Straße lebte, von einer ähnlichen Unterstützung geträumt hatte.

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Trotzdem dauert es eine Weile, bis das Publikum abhebt. Bei den ersten Liedern fühlt es sich ein wenig schlaff an, ohne große Neugier. Auf Währung, Lous and the Yakuza haben Mühe, die Bühne zu bewohnen. Die Virulenz der Bässe scheint fast zu groß für die Situation zu sein. Die Künstlerin ist schüchtern und beeindruckt, auch wenn ihr Gesicht an den Bildschirmen viel Konzentration erkennen lässt. Nach und nach wird sie lockerer und zieht die Menge mit ihrer eindringlichen Stimme in ihren Bann. Als die ersten Worte von’Schauspieler, Die Festivalbesucher singen den Refrain mit:

Du bist ein sehr guter Schauspieler, aber ich
Ich suche deinen Motor, sag mir
Dass ich dir gewachsen bin
Süchtig nach deinem Geruch und deiner Stimme
Du bist ein sehr guter Schauspieler, aber ich
Ich suche deinen Motor, sag mir
Dass ich dir gewachsen bin
Süchtig nach deinem Geruch und deiner Stimme

Als sie ihre Dankbarkeit für ihre Zuschauer ausdrückt, scheinen diese aufzuwachen. Hat sie sie zu sehr in den Bann gezogen? Vielleicht, aber im Grunde ist es egal, denn die letzten Lieder haben eine ganz andere Energie als die ersten. Inmitten der riesigen Hauptbühne tanzt die Sängerin und Musikerin mit einem ansteckenden Lächeln, das bis zu den Ohren reicht, hin und her. Man spürt, dass sie bescheiden und sehr aufrichtig ist, sei es durch ihr Lachen, ihre Mimik oder ihre Ansprache an das Publikum: «Sie werden mich zum Weinen bringen, ich bin sensibel!». Und das tat sie auch.

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Erica Berazategui
Erica Berazategui

Erica Berazategui, eine Literaturstudentin und Bildjournalistin, veröffentlicht manchmal Artikel in Le Regard Libre, wo sie ein Praktikum im Bereich Kommunikation und Grafikdesign absolviert hat.

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