«Wonder Woman»

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geschrieben von Loris S. Musumeci · 28. Juni 2017 · 0 Kommentare

Mittwochs im Kino - Loris S. Musumeci

Eine Partnerrubrik von Cinérevue, die Filmsendung von NeuchVox. Nächste Live-Sendung: Montag, 3. Juli 2017, 20:30 – 21:00 Uhr

«Du warst meine größte Liebe; heute bist du meine größte Verzweiflung.»

Diana (Gal Gadot), Prinzessin von Themiscyra, rennt über eine Insel, die ausschließlich von charmanten, starken und schlanken Frauen bewohnt wird. Schon als Kind träumt sie davon, wie alle anderen Amazonen zu kämpfen. Ihre Mutter, Königin Hippolyta, ist dagegen. Dieses kleine Mädchen, geboren aus Lehm und dem Atem des Zeus, darf nicht in die Welt des Krieges verwickelt werden, für die die Männer wegen Ares verantwortlich sind.

Da sie sich jedoch der Gefahr bewusst ist, der der Stamm der Frauen inmitten einer verdorbenen Welt ausgesetzt ist, trainiert Antiope, die Schwester der Königin, ihre Nichte härter als die anderen Kriegerinnen. Diana wuchs in einer Welt voller Wunder auf. Eines Tages sieht sie, wie ein Flugzeug ins Meer stürzt. Geschickt taucht sie hinab, um dem Piloten zu helfen. Einem amerikanischen Spion.

Außerhalb dieser traumhaften Welt herrscht Chaos. «Vier Jahre, siebenundzwanzig Länder, fünfundzwanzig Millionen Tote», erklärt Trevor (Chris Pine), der Schiffbrüchige. Der Erste Weltkrieg. Diana ist überzeugt, dass Ares dafür verantwortlich ist. Sie begleitet den Soldaten in diese Welt voller Feuer und Blut, mit der einzigen Hoffnung, die Menschheit zu retten. Ein erstaunliches Eintauchen einer naiven und ungewöhnlichen Frau in ein feindseliges und düsteres Umfeld unter der Herrschaft des deutschen Generals Ludendorff.

Weibliche Sensibilität

Es wurde angekündigt, Wonder Woman als eine Erneuerung der Superheldenfilme. Auch wenn es schwierig ist, eine echte Neuerung in Bezug auf Handlung und Inhalt festzustellen, zeigt sich diese doch ganz und gar in der schlichten Weiblichkeit der Heldin. So überraschend es auch erscheinen mag: Eine Superheldin stellt einen bedeutenden Unterschied zum üblichen Superhelden dar. Es geht zwar nach wie vor darum, die einfachen Menschen vor den Mächten des Bösen zu retten und dementsprechend im Nahkampf zu kämpfen. Doch dass die Rettung von einer Frau verkörpert wird, verleiht der Mission eine tiefere Sensibilität und erfüllt sie mit Optimismus, Mitgefühl und Menschenliebe. Auf diese Weise erhalten Männer, die allzu sehr zur Brutalität neigen, eine gerechte und direkte Lektion, um bessere Menschen zu werden.

Technische Fallstricke

Die Regisseurin Patty Jenkins scheint jedoch durch diese Weiblichkeit der Heldin in eine technische Falle getappt zu sein. In den zweistündigen und zwanzigminütigen Film sind die Kampfszenen zu lang, sodass sie schließlich zur Langeweile werden. Zweifellos muss Dianas Sanftmut durch eine Portion Gewalt ausgeglichen werden, um natürlich in einem authentischen Action-Genre zu bleiben, auf das die Zuschauer so sehnsüchtig gewartet haben.

Zu diesem Mangel kommen zwei weitere nachteilige Aspekte hinzu. An erster Stelle stehen bestimmte Spezialeffekte. Manchmal tritt die digitale Technik so dominant in den Vordergrund, dass sie einen künstlichen Eindruck hinterlässt, der im Kontrast zum Rest steht, der durch seine angemessene Natürlichkeit eher bezaubernd wirkt. Zudem entfalten die magischen Kräfte der beiden Rivalen in der letzten Kampfszene so mitreißende und brillante Exzesse, dass man sich plötzlich in Transformers.

Zweitens verdeckt die Action, die sich mit der Spektakularität auf der Leinwand vermischt, leider einen Großteil der Psychologie der Figuren. Die einzige, die von diesem Mangel verschont bleibt, ist Diana. Das begrenzt den Schaden. Das Publikum hätte sich jedoch gewünscht, tiefer in bestimmte Figuren der Geschichte einzutauchen, die zudem auf realen Begebenheiten beruhen und spannend sind.

Im Zeichen der Schönheit

Trotz dieser Mängel, Wonder Woman ist eine der positiven Überraschungen der Kinosaison. Die Bezüge zur Mythologie sind treffend, und die komischen Situationen ziehen sich auf sehr angenehme Weise durch den Spielfilm. Auch die Reflexion über den Krieg hätte eine ausführlichere Auseinandersetzung verdient. Obwohl sie naiv ist – ganz wie die Heldin, der Grausamkeit fremd ist –, hat sie doch eine tiefe Bedeutung. «Kein Held kann das [das konfliktreiche Weltklima] ändern. Nur die Liebe kann die Welt retten.» So banal dieser Satz auch klingen mag, er ist die Wahrheit. Es tut gut, ihn zu hören.

Auch in moralischer Hinsicht fügt sich der Film in eine humanistische und christliche Perspektive ein. Eine Hommage an Mut, Opferbereitschaft und Barmherzigkeit – Tugenden, die die Prinzessin in hohem Maße auszeichnen. Und wenn Schönheit ebenfalls eine Tugend ist, dann passt die erhabene Gal Gadot perfekt in ihre Rolle.

«Es geht nicht um Verdienste, sondern darum, woran man glaubt. Und ich glaube an die Liebe.»

Schreiben Sie dem Autor : loris.musumeci@leregardlibre.com

Bildnachweis: © statcdn.fandango.com

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