Kein Ende im Fall Maddie
Netflix & Chill am Samstag - Alissa Musumeci
Wie viele Eltern nutzen die Gelegenheit, die Kinder in ihrem Zimmer ausruhen zu lassen, um ein romantisches Abendessen zu genießen? Mit einem herrlichen Blick auf das Meer ist die Idee noch attraktiver ... und für die McCanns war das, was eigentlich ein Abend sein sollte, ein Abend mit einem anderen Mann. relax hat sich buchstäblich in einen Albtraum verwandelt. Madeleine McCann, ein hübsches dreijähriges Mädchen, wird als vermisst gemeldet. Da wird der Fall wieder aufgegriffen von Maddies Verschwinden erblickt das Licht der Welt. Dank der exklusiven Aussagen von Maddies Eltern und Bewohnern der Region Praia da Luz ist es der Regie auf präzise, sorgfältige und respektvolle Weise gelungen, die gesamte Geschichte von 2007 bis 2019 nachzuzeichnen.
Die Geschichte ist natürlich fesselnd und berührend, die Episoden sind dennoch zu zahlreich. Traurig zu sagen, aber vier bis fünf Episoden hätten ausgereicht, um den Fall zu erzählen. Die Entscheidung, eine ganze Episode, also eine Stunde, dem ersten Verdächtigen zu widmen, wird im Laufe der Zeit schwerfällig und verliert leider den Zuschauer. Positiv ist, dass jede Episode auf ein bestimmtes Detail eingeht, wodurch der Hintergrund des Dramas gut verständlich wird und die Ermittlungen in einigen diskreteren Bereichen klarer werden.
Trotz all der Grausamkeiten, aus denen die Serie entstanden ist, sind auch Zärtlichkeit, Emotionen und Liebe mit von der Partie. In den Tagen nach dem Verschwinden teilten alle Einwohner der Stadt Fotos von Madeleine, einige schickten den Eltern aufmunternde Worte, und diese sagten, sie seien «froh» gewesen, so viel Solidarität mit ihrer Familie zu sehen. In Momenten wie diesen kann sogar ein einfacher, wohlwollender Blick enorm helfen.
Hätten die McCanns nicht eine so professionelle und intime Unterstützung erhalten, hätten sie sich diesem Drama nicht mit so viel Kraft gestellt. Sie fühlten sich angehört und verstanden. Es gibt ein Detail, das mich am Verhalten von Maddies Eltern beeindruckt hat: In jedem Interview sprachen sie die Entführer ihrer Tochter immer direkt an. Sie nahmen nie eine aggressive Haltung ein; sie wünschten den Tätern nicht einmal etwas Schlechtes. Sie wollten nur, dass ihnen ihr Kind zurückgegeben wird...
Am 18. Juni wurde der Fall erneut in die Nachrichten gebracht. Die deutsche Polizei gab bekannt, dass sie einen 42-jährigen Mann mit einem langen Vorstrafenregister verdächtigt, aber sie glauben, dass Maddie leider verstorben ist. Trotz der vielen Wendungen bleibt der Fall unvollständig und es gibt noch unbeantwortete Fragen, was sehr frustrierend ist.

Schreiben Sie der Autorin: alissa.musumeci@leregardlibre.com
Bildnachweis: © Netflix
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