Le Regard Libre Nr. 33 - Baptiste Michellod
Samarkand, Buchara, Merv, Balkh. Das sind alles Namen, deren bloße Erwähnung denjenigen, der sie liest, auf eine Reise schickt. Diese Orte, die heute zu Usbekistan, Turkmenistan und Afghanistan gehören, fassen wir unter dem Namen Transoxiane zusammen. Transoxanien bezieht sich auf das gesamte Land jenseits des Flusses Oxus, dem antiken Namen des Amu Darya. Das Gebiet lag nacheinander an den Grenzen der persischen, hellenischen, arabischen und schließlich russischen Reiche. Selbst das weit entfernte China begehrte Transoxanien und versuchte im 8.. Jahrhundert n. Chr., kurz nach den arabischen Eroberungen. Die Schlacht von Talas, die 751 von den Arabern gewonnen wurde, beendete die chinesische Expansion nach Westen ebenso wie die arabischen Eroberungen nach Osten und wandte Zentralasien endgültig der islamischen Welt zu.
Transoxiane ist heute mehrheitlich muslimisch, wird aber auch von christlichen und jüdischen Gemeinden bewohnt. Transoxanien war zunächst ein Grenzland und wurde mit dem Aufschwung der Handelsrouten, die sich schon früh zwischen Indien, China und der Mittelmeerwelt entwickelten, zu einem Land des Austauschs. Darüber hinaus ist das Land mit griechischen, zoroastrischen, buddhistischen und hinduistischen Relikten übersät. Viele Zivilisationen haben sich hier gegenseitig beeinflusst.









