Film-Mittwochs - Alexandre Wälti
Das Schöne an den Zyklen von Passion Cinéma ist, dass der Zuschauer selten enttäuscht aus einer Vorführung herauskommt. Zum Glück gibt es sie, vor allem am Ende des Jahres. Sie wirken der Invasion der Blockbuster mit ihrer Menge an Sensationen und Explosionen, so weit entfernt von der Feinheit von Letzte Tage in Havanna des kubanischen Regisseurs Fernando Pérez.
Bereits in der Eröffnungsszene setzen die aufeinanderfolgenden Nahaufnahmen ein bestimmtes Kino durch: intim und tiefgründig. Die Kamera folgt den Gesichtsausdrücken von Miguel (Patricio Wood, gequält), während er in einem ereignislosen Restaurant als Tellerwäscher arbeitet. Er geht hinaus und durchquert die Straßen von Havanna. Fernando Pérez filmt ihn wie in einem Dokumentarfilm und lässt ihn in völliger Gleichgültigkeit durch das urbane Chaos der Stadt schreiten.









