Es handelt sich nicht um eine beliebige Autobiografie. Der Werdegang des Protagonisten, der sich selbst erzählt, spielt eine Rolle, aber das ist nicht alles. So beeindruckend Woody Allens Filme auch sein mögen, so wenig Spaß macht es, einen 534 Seiten starken Wälzer zu lesen, der weder in Teile noch in Kapitel unterteilt ist. Hier geht es nicht um Erinnerungsarbeit, sondern um Unterhaltung. Der Regisseur schlüpft erneut in das Gewand eines Schriftstellers, um ein Leben zu romantisieren, das ebenso urkomisch wie lächerlich und daher rührend ist. Die Lektüre von Soit en passant bedeutet, eine gute Zeit voller Lachen und Komplizenschaft mit dem Hauptbetroffenen zu verbringen.
Der Film Ein Regentag in New York, der ursprünglich für 2018 geplant war und aufgrund der Anschuldigungen wegen sexueller Übergriffe gegen seinen Regisseur Woody Allen als begraben galt, kommt nun in die Kinos. Und auch wenn die durch die #MeToo-Bewegung neu entfachte Affäre aus dem Jahr 2013 stammt, ist die Situation für den Zuschauer heikel. Soll man den Filmemacher und sein Werk boykottieren, so wie einige der Protagonisten, die Gerüchten zufolge ihre gesamte Gage an eine Organisation gespendet haben, die Opfern sexueller Belästigung hilft? Oder sollte man auf die Unschuldsvermutung setzen, die für den Angeklagten noch immer gilt, da bislang noch keine Anklage erhoben wurde?
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