«Eldorado», von Giovanna zu den heutigen Migranten
Operazione Mare Nostrum, salvataggio di naufraghi a bordo di un barcone da parte della fregata FREMM Bergamini della Marina Militare al suo primo impiego in questo tipo di operazioni. 2014-06-07 © Massimo Sestini
Mittwochs im Kino - Loris S. Musumeci
« Ich habe die Familienmitglieder gezählt, mit dir, Giovanna.»
Das Genre des Dokumentarfilms ist nicht unbedingt leicht zu schätzen. Vor allem nicht vor einem breiten Publikum auf der großen Leinwand. Diejenigen, die sich für das Thema interessieren, werden sagen, dass sie durch den Film mehr über ein Thema erfahren haben, das sie schon vorher interessiert hat. Nur die Elite wird herumstolzieren und diesen oder jenen Dokumentarfilm allein schon wegen seiner erhabenen Fotografie empfehlen, sagen sie, oder wegen der zugrunde liegenden philosophischen Überlegungen. Der Regisseur von’Eldorado, Markus Imhoof, der damals Film studierte, dachte genau das.
Dennoch hat er eine große Anzahl von Dokumentarfilmen gedreht. Vor allem dieser Film spricht ein breites Publikum an. Erstens durch sein Thema: Migration, über das täglich in den Zeitungen ausführlich berichtet wird. Zweitens durch seinen Blick. Einfach, persönlich, frei. Eldorado kommt ohne politische Urteile aus. Es gibt keine guten Dinge, die man tun kann, und keine schlechten Dinge, die man vermeiden sollte. Markus Imhoof filmt die Handlungen, die für oder gegen die Migranten stattfinden.
Auf dem Schiff der Operation «Mare Nostrum» ruht die Kamera auf einem schwarzen, verängstigten Gesicht, dann auf einem anderen, auf zwei Frauen, die sich gegenseitig trösten, auf zwei Männern, die sich helfen, auf dem goldenen Stück einer Rettungsdecke. Und die Erklärungen und Kommentare von Unteroffizieren, Krankenpflegern und Besatzungsmitgliedern. Außerdem gelingt dem Regisseur ein Geniestreich, indem er nicht nur die Menschlichkeit der Migranten zeigt, sondern auch die der Besatzungsmitglieder, die miteinander lachen, an der Messe teilnehmen und sich für Brüder und Schwestern aufopfern, die von der anderen Seite des Mittelmeers kommen.
Schließlich mischt Markus Imhoof, ohne Selbstgefälligkeit oder Ungeschicklichkeit, einen wesentlichen Teil seiner Geschichte in seinen Dokumentarfilm. Die Szenen sind durchsetzt mit Zeichnungen, Briefen und Familienfotos. Sie erzählen das Schicksal eines kleinen italienischen Mädchens, Giovanna Viganò, die von ihrem Vater verwaist wurde. Sie teilte einen Teil ihrer Kindheit mit den Imhoofs. Markus war verrückt nach ihr. Und das spürt man in einigen Bildern, die zwischen einem Boot und einem Lager hin und her laufen, um dieses Mädchen zu ehren, dessen Schicksal von allen geteilt wird, die irgendwo geboren wurden, die gegangen sind, die geschwiegen und die Augen geschlossen haben.
«Wir versprechen Ihnen nicht das Paradies, aber jeder Tag wird von nun an besser sein».»
Schreiben Sie dem Autor : loris.musumeci@leregardlibre.com
Fotocredit: © Frenetic Films
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