«Bis ans Ende der Träume»

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geschrieben von Jonas Follonier · 28. Februar 2018 · 1 commentaire

Les mercredidis du cinéma - Jonas Follonier

Bis ans Ende der Träume erzählt die außergewöhnliche Geschichte von Katharina von Arx und Freddy Dilhon, zwei Menschen, die sowohl ihren eigenen Weg gehen als auch gemeinsam ihre große Liebe leben wollen. Es ist auch die Geschichte eines Wohnheims, das so viel Platz einnimmt, dass es zu einer Art Ménage à trois führt. Der Film ist eine Mischung aus Dokumentation und Fiktion und erzählt eine wahre Geschichte, die sich in der Schweiz zugetragen hat.

Die «Doku-Fiktion» öffnet sich mit einem Kamin; ein Haus wird gerade renoviert. Dieses Haus ist ein Priorat im Kanton Waadt, in Romainmôtier. Die Journalistin und Schriftstellerin Katharina und der Fotograf Freddy, die sich auf einer Reise nach Polynesien kennengelernt haben, werden nach der Geburt ihrer Tochter in dieses Haus einziehen. «Ich mag die Ruhe in diesem Haus und seinen alten Geist. Hier wollen wir leben und arbeiten», sagt die junge Katharina - gespielt von der hervorragenden und bezaubernden Sabine Timoteo, die dreimal mit dem Schweizer Filmpreis ausgezeichnet wurde.

«Katharina, wir investieren unsere ganze Energie und unser ganzes Geld in dieses Haus», antwortet ihr müde der junge Freddy - gespielt von dem talentierten und eleganten Christophe Sermet -, der in dieser Umgebung Trübsal bläst. Die Faszination seiner Frau für ihr Heim verwandelt sich nämlich sehr bald in intensive Liebe und bedroht die Leidenschaft, die die beiden jungen Eltern verbindet. Gleichzeitig scheint Katharina das Unbehagen ihres Mannes in diesem Haus als Vorwand für ein tieferes Unbehagen zu sehen: «Du hasst die Stille hier, weil du dich selbst hasst.» Dies ist der Kern des Films, der in die Krise des Paares und Freddys Abreise nach England mündet, die jedoch nicht das Ende ihrer Liebe bedeutet.

Die erste Kraft von Bis ans Ende der Träume, Die größte Stärke des Films ist die Tatsache, dass die Ereignisse, die sich vor mehr als 50 Jahren ereigneten, von Schauspielern dargestellt werden und die 80-jährige Katharina von Arx in Form von Interviews mit dem Regisseur, die zwischen 2011 und 2013 aufgezeichnet wurden, anwesend ist. Die zweite Stärke des Films ist seine Musik, die von seltener Feinheit ist. Der Komponist Balz Bachmann erhielt übrigens letztes Jahr beim Locarno Festival den Preis der Suisa-Stiftung für die beste Filmmusik.

Mit diesem einzigartigen Dokumentarfilm hat der Oberwalliser Autor und Historiker Wilfried Meichtry sein Regiedebüt gegeben. Ein Werk, das sich voll und ganz in den Schweizer Film einfügt, mit einem ihm eigenen Rhythmus, einer Authentizität, die nicht ohne einen gewissen Anspruch an den Zuschauer auskommt. Dieser wird sich nicht mit einem Blockbuster noch zu einem Mainstream-Film, sondern zu einem Spielfilm, bei dem die Besonderheit der Geschichte und ihre künstlerische Verarbeitung im Vordergrund stehen.

Erscheint in unserer Printausgabe im März: unser Interview mit dem Regisseur Wilfried Meichtry

Schreiben Sie dem Autor : jonas.follonier@leregardlibre.com

Fotocredit: © Frenetic Films

Jonas Follonier
Jonas Follonier

Bundeshauskorrespondent für «L'Agefi», Singer-Songwriter, Jonas Follonier ist Gründer und Chefredakteur von «Regard Libre».

1 commentaire

  1. Die außergewöhnliche Geschichte der Katharina von Arx | Le Regard Libre
    Die außergewöhnliche Geschichte der Katharina von Arx | Le Regard Libre · 23 April 2018

    [...] Auch zu lesen: «Bis ans Ende der Träume» [...].

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