«Schmetterling» - der Körper als Erzähler

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geschrieben von Loris S. Musumeci · 22. August 2018 · 0 Kommentare

Mittwochs im Kino - Loris S. Musumeci

«Ich kann nicht glauben, dass du dir perpetuum mobile’.’. »

Paris, 1931. Die Stimmung ist Swing, Die Atmosphäre ist verrückt, die Stimmung ist heiß. Henri Charrière, genannt Papillon, arbeitet als Einbrecher für eine kriminelle Organisation. Sein Chef, ein alter Teufel mit faulen Zähnen, scheint den jungen Angestellten zu bewundern, obwohl er weiß, dass er diskret Anteile an den Beutezügen behält. Nach getaner Arbeit kehrt Papillon mit seiner Freundin, einer Tänzerin, die für denselben Boss wie er arbeitet, nach Hause zurück; sie verbringen eine Liebesnacht.

Am nächsten Morgen: Verhaftung. Falsche Mordanklage. Eine Falle. Alles geht sehr schnell. Es droht lebenslange Haft. In Guyana. Das Schlimmste. Ein Gefängnisschiff, bedrückende Atmosphäre und die Begegnung mit Louis Delga, einem reichen Fälscher. Papillon bietet ihm seinen Schutz im Austausch gegen Geld an, das ihm die Flucht ermöglichen wird. Und das ist der Beginn einer komplizierten, aber starken Beziehung zwischen den beiden Männern.

Von der Farbe der heißen Liebesnächte bis hin zur eisigen Farbe der Gefängnisse

Schmetterling ist ein packender Film, der ein ergreifendes Thema behandelt und sowohl schauspielerisches als auch regietechnisches Talent unter Beweis stellt. Vor allem aber ist es ein Werk, das durch seine Kameraführung besticht. Bei einem Spielfilm, der Gewalt und das Leben im Gefängnis thematisiert, darf die Ästhetik durchaus im Vordergrund stehen und besonders gepflegt werden. Zwei Effekte stechen besonders hervor und zeigen, dass der junge dänische Regisseur Michael Noer auf eine erfolgreiche filmische Zukunft zusteuert.

Das Wichtigste ist das hervorragende Farbenspiel. Die Farben bilden ein Ganzes und fügen sich zu einem Ganzen zusammen, um die Situation des Films zu verdeutlichen, ohne dass ein Farbton dabei fehl am Platz wirkt. Zu Beginn erlebt der Zuschauer eine sehr dark und schick, um dann zum leuchtenden Rot der Pariser Nächte überzugehen, das in die grelle, aggressive Gelbheit der Logen von Kabaretts des zwielichtigen Lebens mündet, wo die Chefs die Gelegenheit nutzen, um mit denen abzurechnen, die es verdient haben. Zurück zum leuchtenden, aufregenden Rot von Paris. Und weiter zu einem zarten Orange, das mit einem bräunlichen Rot gesprenkelt ist und sowohl die helleren als auch die dunkleren Nuancen einer Nacht voller Sex zur Geltung bringt. Und das alles in nur fünf Minuten.

Nach einer heiteren Einstimmung folgt das eisige Blau des Gefängnisses, das die tragische Wendung ankündigt. Von diesem kalten Blau geht es zu einem eher kobaltblauen Ton über, da es von der Sonne aufgehellt wird, die die Gefangenen zum Schiff führt, und so weiter. Vom anmutigsten Licht bis zur beängstigendsten Dunkelheit, Schmetterling wird durch die weiten Weiten der Farbspiele im Kino reisen.

Nicht zu unterschätzen: die Rolle der Kamera. Sie begleitet die Angst, die Herausforderungen und den Adrenalinschub, indem sie die Darsteller frontal filmt. Sie zittert auch, wenn die schlimmsten Gefühle an die Oberfläche kommen. Natürlich versäumt sie es auch nicht, die erdrückende und eifrige Überlegenheit der Behörden des Kolonialgefängnisses zu verdeutlichen.

Körper als Erzähler

Zwischen dem rein ästhetischen Aspekt des Films und den eher praktischen Entscheidungen im Dienste der Handlung liegt der Stellenwert, der dem Körper, insbesondere dem von Papillon, eingeräumt wird. Zweifellos ist dieser Mann, verkörpert durch den Briten Charlie Hunnam, aufgrund seiner natürlichen Vorzüge und auch dank der bildlichen Inszenierung sehr attraktiv. In seinem Leiden und seinem Mut, in seinen leichenhaften Posen ebenso wie in seinen Momenten des Kampfes erzählt Papillons Körper nicht nur von einer Emotion, sondern auch von einem Teil der Geschichte und einem Teil der Geschichte der guyanischen Gefängnisse. Auch die Tätowierungen auf seiner Brust sprechen Bände, insbesondere die des Schmetterlings. Der Körper von Delga, dargestellt von Rami Malek, spielt in seiner Schwäche und Kleinheit eine vergleichbare Rolle. Die beiden Figuren ergänzen sich, unter anderem durch ihre Körper. Die Körper sind Erzähler.

Es gäbe noch weitere Aspekte von Schmetterling sollte man genau unter die Lupe nehmen, denn dieser Film ist ein großartiger Film. Von einem Meisterwerk kann jedoch keine Rede sein, da es der Geschichte an einem gewissen Etwas an Lebendigkeit und Komplexität mangelt. Die Atmosphäre im Kolonialgefängnis ist zwar recht gut, wirkt auf mich aber etwas karikaturhaft. Dennoch geht die wahre Geschichte von Henri Charrière und seinem Kameraden unter die Haut und hinterlässt das Tattoo eines Schmetterlings, der zunächst für die Freundschaft steht und dann in die Freiheit fliegt.

«Ich muss aus genau demselben Grund bleiben, aus dem du gehen musst.»

Schreiben Sie dem Autor : loris.musumeci@leregardlibre.com

Fotocredit: © Pathé Films

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