«Toute ressemblance...», ein großer Film trotz der Meinung der Bobo-Presse

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geschrieben von Jonas Follonier · 11. Dezember 2019 · 0 Kommentare

Les mercredidis du cinéma - Jonas Follonier

Die Welt und Télérama hatten ihre helle Freude daran. Der erste Film von Michel Denisot sei schwerfällig, reihe Klischees aneinander und sage nichts Wesentliches aus. Angesichts der hervorragenden Leistung von Jede Ähnlichkeit, man denkt sich, dass der Prozess der französischen Bobo-Presse vielleicht auf einer gewissen Eifersucht auf einen Journalisten beruht, der seine Karriere bei Canal+ und TF1 gemacht hat und sich den Mut - oder ganz einfach das Vergnügen - nimmt, eines schönen Tages das Kino zu versuchen, mit einer einfachen, populären und teuflisch erfolgreichen Formel.

Es ist die Geschichte eines Fernsehstars, der sich durch die Moderation der 20-Uhr-Nachrichten während der Anschläge von 2001 einen Platz unter den ganz Großen gesichert hat. Ein Mann, der vor Ehrgeiz und taktischem Geschick nur so strotzt, vor allem aber vor Charme, und den nichts und niemand – schon gar nicht der Chef des Senders – aus dem Weg räumen kann, da er sie mit seinen Marktanteilen fest im Griff hat. Die star sorgt für Einschaltquoten, jede Menge Einschaltquoten. Zu seinem Unglück ist Geld der Anfang aller Möglichkeiten: ein bisschen Schönheitschirurgie, um sein Image im wahrsten Sinne des Wortes zu bewahren, ein bisschen Drogen, um sich in den Schwulenclubs seines Kumpels zusammen mit dem Kulturminister zu amüsieren, und ein bisschen Drogen, um die Sache zu vertuschen und seiner Frau gegenüber einen guten Eindruck und frischen Atem zu vermitteln. Es kommt zu einem Machtkampf und vor allem zu einer dramatischen Familienkrise vor dem Hintergrund der Kulissen der Showbusiness.

Dubosc, ein Blowjob – und schon ist der Bobo empört!

Haben wir alle denselben Film gesehen?

Nun, natürlich, Jede Ähnlichkeit… hat etwas Prolliges an sich. Schon der Titel, der den Film von vornherein auf die Ähnlichkeit seines Protagonisten mit einer bestimmten Person – oder vielleicht sogar mehreren – hinweist … Dann der Hauptdarsteller: Franck Dubosc, der in seiner ganzen Art das populäre, ja sogar das „Populo“-Kino verkörpert. A Télérama, die Journalistin Marie Sauvion stellte in ihrem Artikel sofort klar, dass lächerliches Video Dass sie Franck Dubosc normalerweise liebt, aber diesmal nicht – er glänzt einfach nicht. Wie sehr muss es ihr wohl im Mund wehgetan haben, zu sagen, dass Dubosc normalerweise in ihren Augen Gnade findet. Unter anständigen Leuten gehört es sich nicht, einen Mann in Unterhosen zu loben. Aber die Bobos haben, genau wie alle Menschen, ihre Widersprüche. Renaud hat das übrigens vor fünfzehn Jahren – was einer Ewigkeit gleichkommt – so treffend besungen:

Abgesehen davon fällt es jedoch – abgesehen von diesen ersten Aspekten, die ohnehin nur für einen Teil der Kritiker oder der Öffentlichkeit als Mängel gelten – schwer zu verstehen, wie man den Film an sich nicht mögen kann. Denn es handelt sich um einen großartigen Film. Die Off-Stimme, der man wie einem roten Faden folgt, verleiht diesem Werk eine sehr interessante narrative Dimension und spiegelt ein Phänomen wider, das Menschen, «die es zu etwas bringen wollen», nur allzu gut kennen: die ewige Selbstreflexion. Denn ehrgeizige Menschen sind oft Melancholiker. «Sie analysieren ihr Leben mehr, als dass sie es leben», wie Baudelaire irgendwo in der Prosa seines Spleen von Paris. Wie schwer es doch ist – das muss man schon sagen –, sein Leben zu leben. Das ist der erste Geistesblitz von Jede Ähnlichkeit…

«Ich habe das Glück an dem Geräusch erkannt, das es beim Verlassen hinterließ.»

Abgesehen von der Mitwirkung sehr guter Schauspieler, darunter Denis Podalydès, ist schon allein das Spektakel, das uns dieser Film bietet, lobenswert. Denn man muss zugeben, dass dieses Pariser High-Society-Leben zum Träumen anregt. Ja, seine Gefahren machen Angst – und der Spielfilm erinnert uns nur allzu deutlich daran. Ja, seine Bewohner sind oft lächerlich – und der Spielfilm erinnert uns nur allzu oft daran. Ja, das Glück liegt vielleicht in einem einfacheren Leben, in einer Art Gleichgewicht zwischen der Liebe zum Großartigen und der Sorge um das Wesentliche, zwischen beruflichem Abenteuer und Familienleben, irgendwo zwischen Ruhm und Bescheidenheit. Aber wir Menschen brauchen Träume. Und Filme dieser Art sind auch dafür da, so albern das auch klingen mag. Doch was macht es schon aus, vor Idioten wie ein Idiot dazustehen?

Schreiben Sie dem Autor: jonas.follonier@leregardlibre.com

Bildnachweis: © JMH Distributions

Jonas Follonier
Jonas Follonier

Jonas Follonier ist Chefredakteur von «L’Agefi» und Essayist sowie Gründer und Vorsitzender von «Regard Libre».

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