«Amanda» - von der Angst zur Hoffnung
Mittwochs im Kino - Loris S. Musumeci
«Mama schläft noch?
- Sie ist nicht da.»
Leben in Paris, glückliches Leben. Amanda verbringt eine normale Kindheit bei ihrer Mutter. David, ihr vierundzwanzig Jahre junger Onkel, genießt es, seine Schwester und seine Nichte, die ihn anbetet, zu sehen. Trotz seines turbulenten, stets gehetzten Lebens mit Gelegenheitsjobs und Absprachen hat David eine schöne, vertraute Beziehung zu seiner Schwester. Da diese ihre Tochter allein aufziehen muss, hilft er ihr, wo er nur kann. Doch eines Tages bricht alles zusammen. Der Schrecken eines Attentats bricht über Paris herein. Amanda hat keine Mutter mehr, und David muss folglich frühzeitig Vater werden. Der Onkel und die Nichte lernen, trotz aller Schwierigkeiten und der immer noch offenen Wunden der Vergangenheit miteinander zu leben.
Amanda ist angesichts seiner Inhaltsangabe eine eminent rührende Geschichte. Doch der Film beschränkt sich nicht auf Gefühle. Er schafft vor allem eine Pariser Atmosphäre, in der die Fahrräder von einem Ende der Stadt zum anderen fahren. Sie symbolisieren die Unbeschwertheit eines freien Lebens voller Abenteuer und Überraschungen, in dem man immer auf der Überholspur lebt und trotzdem immer noch Zeit für Freizeit und Geselligkeit hat. Mikhaël Hers' Regie zeigt auch ein geschundenes Paris, eine leere Stadt, in der die Figuren mit mehr Abstand zueinander gefilmt werden. Misstrauen und Angst sind obligatorisch.
Der Film extrahiert noch, was der Alltag der Menschen ist, in der Normalität wie im Drama. Von «Bah, ouais» bis «O.K.» taucht das Drehbuch den Zuschauer in ein Bad des Alltags ein und überlässt es den hervorragenden Schauspielern - darunter ein bemerkenswerter Vincent Lacoste -, ihre Realität und Banalität durch die Leinwand schimmern zu lassen.
Und es ist noch nicht vorbei. Amanda, Es ist auch die Geschichte einer vielleicht unmöglichen Liebe zwischen David und Léna. Sie wird von Stacy Martin gespielt, die es nie versäumt, ihre natürliche Sinnlichkeit mit der Tiefe einer leidenden Figur zu verbinden, die trotz allem ihren Weg weitergeht. Die Geschichte einer weiteren, sicherlich notwendigen Liebe zwischen David und seiner Nichte. Die kleine Schauspielerin Isaure Multrier lässt ebenfalls nichts anbrennen; sie macht sich eine Amanda zu eigen, die alle Gemütszustände durchläuft, von großzügiger Dankbarkeit bis hin zu müder Launenhaftigkeit.
Schließlich liefert der Film eine echte Lektion in praktischer Philosophie, indem er ebenso offensichtliche wie schwierige Fragen stellt, wie zum Beispiel, was es bedeutet, Vater zu sein, was es bedeutet, Sohn zu sein, was es bedeutet, sich für die Liebe zu entscheiden und was es bedeutet, nie bereit zu sein. Ein letztes Kompliment geht an die Fotografie, die durch ihre ausgeprägte Körnung, ihre Scham vor dem Bild und ihre nüchterne Umgebung eine erschütternde Handlung trägt, die jegliche Sentimentalität beiseite lässt und stattdessen authentische Emotionen hervorruft. Amanda, Der Film "Die Angst" sagt uns, dass die Hoffnung alles übersteigt, auch wenn die Angst bleibt.
«- Und wie denkst du darüber?
- Ich weiß nicht.»
Schreiben Sie dem Autor : loris.musumeci@leregardlibre.com
Fotocredit: © JMH Distributions
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