«The Passenger»: Ein Déjà-vu-Erlebnis
Mittwochs im Kino - Nicolas Jutzet
Der Anfang des Films gibt uns einen Einblick in das Leben einer durchschnittlichen amerikanischen Familie mit ihrem Alltagstrott. Die Probleme mit den Kindern, Metro, Arbeit und Schlaf. Der typische Pendler mit seinen Gewohnheiten, seinen Bekanntschaften im Zug. Der Hauptdarsteller verkörpert den amerikanischen Traum wie kein anderer. Er, der Ire, der in die USA kam, um sich eine Karriere aufzubauen und seine Familie zu ernähren, die ebenfalls auf dem Kontinent ausgebildet wurde. «The American dream», ohne in Klischees zu verfallen. Es wird auf Arbeit, Werte und Bescheidenheit bestanden. Alles läuft, alles läuft.
Und plötzlich der Wendepunkt
Dieses Traumleben, oder zumindest dieser Weg des Eroberers, muss sich einer Mauer stellen und sie sogar erklimmen. Letzteres geschieht in Form einer Entlassung für den alternden und teuren Michael MacCauley, gespielt von Liam Neeson. Dies ist der Beginn einer Fortsetzung, die weit weniger idyllisch und logisch ist. Von da an gleitet der Film ins Irrationale ab. Zunächst will der vorbildliche Ehemann, der mit seiner Frau alles besprochen hat, nicht mit ihr über seine Entlassung sprechen. Er vergisst es lieber, indem er in einer schäbigen Bar mit einem Ex-Kollegen ein Bier nach dem anderen trinkt. Der ist aus dem Nichts aufgetaucht. Ohne einen wirklichen Grund. Kurz gesagt: Von da an verliert der Film seinen Reiz. Paradoxerweise nimmt das Tempo zu.
Michael nimmt schließlich wieder die U-Bahn, um nach Hause zu fahren. Er erhält einen anonymen Anruf, der ihm gegen Geld einen Auftrag erteilt. Der Auftrag bildet die Fortsetzung des Films. Sie ist das Rätsel, der rote Faden. Das zentrale Element, Aber das Ganze ist so karikaturistisch, dass die aufkommende Begeisterung schnell erlischt und durch Langeweile und Seufzen ersetzt wird.
Am Ende ist das Drehbuch wie aus einem Guss, überrascht niemanden und ermüdet durch seine ständigen Wiederholungen. Durch seine Übertreibungen. Bei dem Versuch, seinen Film zu beleben, hat der Autor ihn ertränkt. Zu viele Hin- und Herfahrten zwischen den Waggons dieser U-Bahn in schlechtem Zustand, zu viele unlogische und unglaubwürdige Szenen, da sie das Vorstellungsvermögen übersteigen, gehen dem Zuschauer schließlich auf die Nerven. Alles ist zu groß, alles ist zu einfach, alles ist vorherbestimmt. Die Rollen sind Parodien: der böse Banker, die fremde Krankenschwester, das verlassene Kind. Man findet alles, aber nicht viel, was einem gefällt. Und natürlich geht alles gut aus. Aber selbst das ist nicht gelungen. Trotz einer interessanten Besetzung und einem Hauptdarsteller, der sich in seiner Rolle wohlfühlt, lässt das Gesamtergebnis zu wünschen übrig.
Schreiben Sie dem Autor: nicolas.jutzet@lereregardlibre.com
Bildnachweis: © Impuls Pictures





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