Nach Bern, Zürich... Diese schmutzigen Haare spalten die Linke

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geschrieben von Antoine-Frédéric Bernhard · 18. August 2022 · 0 Kommentare

Dies ist die traurige Geschichte eines «weißen Rasta», wie man so schön sagt. Ein Reggae-Sänger mit einem wenig faschistoiden Verhalten ... dessen Haarschnitt jedoch einigen dialogunwilligen Neo-Linken nicht gefiel.

Verurteilt, ohne weiteres Verfahren. Das Urteil gegen Mario Parizek wurde wenige Tage vor seinem Konzert am Dienstag, den 16. August, in der Bar Das Gleis in Zürich verkündet. offenbart die NZZ heute Morgen. Was hat der Musiker falsch gemacht? Er trägt Dreadlocks, obwohl er weiß ist - was im heutigen inklusiven Vokabular als ’kulturelle Aneignung« bezeichnet wird.

Wenn die Linke mit der Linken abrechnet

Dieser Begriff ist zugegebenermaßen außerhalb von Aktivistenkreisen noch sehr unbekannt. Es gibt nur wenige Eingeweihte. Doch dabei wurde nicht mit der unschätzbaren Arbeit von Amnesty Schweiz gerechnet, die immer an der Spitze des Fortschritts steht und deren «inklusives Glossar» liefert uns die folgende Erklärung:

«Von kultureller Aneignung spricht man, wenn eine Person oder ein Unternehmen die kulturellen oder spirituellen Codes einer Kultur, der sie nicht angehören, übernimmt und sich zu Nutze macht, und zwar ohne den Personen, deren kulturelles Erbe diese Codes traditionell sind, intellektuell oder finanziell anzurechnen. [...] Solche Handlungen sind besonders schädlich, wenn die Kultur, die Gegenstand der Aneignung ist, die einer marginalisierten und/oder historisch unterdrückten Gruppe ist.»

Der gute Mario Parizek hat sich also schuldig gemacht, weil er die ästhetischen Codes einer Rassengruppe übernommen hat, der er nicht angehört. Das Verhalten war also «schädlich», weil es nach Ansicht der Verantwortlichen des Lokals, in dem das Konzert stattfinden sollte, die Stammgäste hätte stören können. Ironischerweise behauptete der fehlbare Sänger gegenüber der Zürcher Zeitung, dass er seit seinem 13.

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So rechnet die Linke mit der Linken ab. Parizek, der als unwürdiger Sohn von Bob Marley neu bemalt wurde, ließ es sich nicht nehmen, die «mehr oder weniger faschistische Haltung» seiner Zensoren anzuprangern. Das alles mag verrückt klingen. Aber die Nachrichten der letzten Wochen lehren uns Folgendes der Zürcher Fall ist kein EinzelfallEs gibt viele solcher Geschichten. Weiße Männer sollten sich vor schmutzigem Haar in Acht nehmen.

Schreiben Sie dem Autor: antoine.bernhard@leregardlibre.com

Headerbild: Montage Le Regard Libre

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Antoine-Frédéric Bernhard
Antoine-Frédéric Bernhard

Antoine-Frédéric Bernhard ist freier Journalist und Philosophiestudent. Er ist stellvertretender Chefredakteur von Le Regard Libre.

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