«La Soupe aux choux»: Eine Geschichte über WGs und Tragik
Les mercredidis du cinéma - Sonderausgabe: Die Koronararterie mit Louis de Funès - Danilo Heyer
Wenn es ein Instrument gibt, mit dem das französische Kino zu majestätischen Horizonten aufgestiegen ist, dann ist es die Komödie. Das liegt an der Leichtigkeit des nationalen Charakters, der uns von der ersten bis zur letzten Minute des 20. Tartuffe von Molière im Candide von Voltaire, bis zum Fatalist Diderot, diese seltsame Mischung aus raffinierten Gedanken und Humor; oder ob es an etwas anderem liegt, was auch immer; zögern wir nicht, ausnahmsweise einmal diesem Volk zu danken, das allein die Geburt von Die siebte Kompanie, zu Bronzés font du ski, am Cons Dinner, und zu Kohlsuppe.
Eine Geschichte aus einer Wohngemeinschaft
Die Kohlsuppe ist ein sehr exquisites Subgenre, das sich mit einem interessanten Thema befasst: dem Leben zweier erwachsener Männer in einer Wohngemeinschaft. Ich würde das, was in Joeys und Chandlers Wohnung passiert, in gewisser Weise in den Film Friends, und vor allem alles, was in der ausgezeichneten Withnail and I. Hier ist das Rezept: Man nehme zwei beste Freunde, die etwas mehr als ein Bruder und etwas weniger als eine Ehefrau sind, lasse sie unter einem Dach wohnen, füge viel Alkohol hinzu, der für ein solches Leben unerlässlich ist, und konfrontiere die beiden Außenseiter mit einer neuen Umgebung, die ihnen überhaupt nicht zusagen kann. Die Mechanismen sind einfach, aber es ist eine Freude, diesen Ereignissen beizuwohnen.
Während in Withnail and I, In diesem Buch geht es um die Abenteuer von zwei Landbewohnern, zwei alten Exemplaren einer vom Aussterben bedrohten Rasse von Menschen, deren Lebensweise sich seit der Erfindung der Landwirtschaft nicht verändert hat.
On peut dire sans hésiter que ce qu’on appelle la vie simple aura trouvé, au milieu de ce lopin de terre de France, sa parfaite expression: on y mange de la soupe, on y jardine un peu, on se soulage à l’envi et on y vieillit sur un banc, sans plus même devoir subir la discipline d’une épouse; mais surtout, depuis aussi longtemps qu’on s’en souvienne, la journée y trouve son rythme naturel par les coups de «petits canons» («cinq ou six litres») qu’on s’empresse de s’envoyer de chaque côté, comme si la vie en dépendait. Quand Chérasse dit : «bon… c’est pas tout ça le père, mais tu me retardes! L’heure c’est l’heure; et c’est l’heure du perniflard!», il n’y a pas à rechigner avec son taux de diabète; on s’exécute sur-le-champ, et à la maison.
Im Laufe der Jahre hat die Freundschaft, die in der offiziellen Sprache immer eine viel zu strenge Miene findet, diese nach ihrem Bild umgestaltet: Man nennt den Fremden «La Denrée», man antwortet auf die Namen «Le Glaude» und «Le Bombé», und zu jener Zeit «arrange la Francine». Um die Wahrheit zu sagen, obwohl man manchmal damit einverstanden ist, jemanden von außerhalb zu integrieren, wenn er seinen Abfluss an die örtlichen Sitten anpasst, wird der größte Teil derjenigen, die nicht zu diesem geschlossenen Kreis gehören, abgestoßen, weil sie spüren, dass die Katastrophe nur von außen kommen kann.

Ein immer tragisches Ende
In diesen Geschichten wird mehr oder weniger subtil darauf hingewiesen, dass die heilige Vereinigung nicht von Dauer sein kann, und sie enden mit einer tragischen Zerrissenheit: in Friends, Chandler findet in Monica eine Ehefrau; in Whitnail und I, Es ist die gleiche kriminelle Stimme, die La Francine verjagt und den Stuntman vom Schauspieler trennt in Es war einmal in Hollywood. Nichts ist dramatischer als diese Scheidung, da sie immer nur von einer Seite gewünscht wird, da sie Verrat ist, da sie nur Ungerechtigkeit ist.
In Die Kohlsuppe Doch er fand nicht zwischen den beiden Freunden statt, sondern mit Le Progrès, diesem Monster aus dem 19.. Jahrhundert, die sich in den Kopf gesetzt hat, alles zu verändern, umzudrehen, zu zerquetschen und zu verschlingen, was ihr in die Quere kommt.
So preist der Bürgermeister, angetrieben von der Energie eines Industriellen, jedem, der es hören will, sogar den beiden «alten Fossilien», dass es dem Dorf an «wirtschaftlicher Expansion zur Schaffung von Arbeitsplätzen» fehle; eine Entwicklung, die keine andere Perspektive bietet als die von Thoreau beklagte ewige Geschäftigkeit. Man braucht Wohnsiedlungen, um das Dorf in eine Schlafstadt zu verwandeln! Um die Neuankömmlinge zu beschäftigen, sollen ein Freizeitpark, Restaurants, Kneipen, Schaukeln und sogar ein «Affenfelsen» angelegt werden. Neben dem Haus des Glaude wird es einen herrlichen «Parkplatz für 4000 Autos» geben und auf seinem Gelände «zehntausend Liegestühle und Musik»! Was für ein Trubel!
Abreise oder Selbstmord
Au bord d’une crise cardiaque, son fusil de chasse en main, Le Bombé lui donne pour toute réponse cet ordre magistral: « Il vous faut foutre le camp! Il vous faut foutre le camp!» Le destin lui donnera tort; eux seuls devront s’en aller. Il a bien fallu, en effet, se détourner de l’horrible spectacle qu’offrait l’invasion du petit îlot de paix, orchestrée par ces bulldozers «qui vous ronflent les oreilles» et par ces nouveaux toits qui occultaient le Soleil autant qu’ils troublaient la sérénité. Dès lors, pour ne cesser de cultiver cette existence vertueuse, cet art de vivre et ce calme sortis des temps immémoriaux, les deux irréductibles durent se résoudre à partir pour un lieu qui n’existe pas – la planète Oxo, où l’on y vit deux cents ans, et le chat aussi…
Schreiben Sie dem Autor: [email protected]
Bildnachweis: © Films A2
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