Ein Hauch von Bruel und ein Hauch von Luchini
Les mercredidis du cinéma - Jonas Follonier
In Das Beste kommt noch, Fabrice Luchini und Patrick Bruel spielen zwei Charaktere, die ihnen ein wenig ähnlich sind. Mit ihrem natürlichen, aber präzisen Spiel zelebrieren sie die Freundschaft vor dem Hintergrund von Krankheit und Lüge. Nicht verpassen.
Infolge eines Missverständnisses, das durch den Vertausch einer Gesundheitskarte entstanden ist, erfährt – oder glaubt zumindest zu erfahren – der Biologe und Wissenschaftler Arthur Dreyfus, dass er Krebs hat und ihm nur noch wenige Monate zu leben bleiben. Bevor er merkt, dass die Diagnose eigentlich seinen Kindheitsfreund César Montesiho betrifft, der von all dem nichts ahnt. Es folgt eine lange Lüge, die fast so lange andauern wird wie die seinem Freund prognostizierte Lebenserwartung. Dieser ist überzeugt, dass Arthur bald sterben wird, und beschließt, bei ihm einzuziehen und ihm ein Programm mit Unternehmungen aller Art zusammenzustellen. Die beiden Freunde genießen das Leben dann so, wie sie es noch nie zuvor getan haben, bevor die Wahrheit – wie es unvermeidlich ist – schließlich ans Licht kommt.
Eine Freundschaft, eine Begegnung
Die Sache ist ganz einfach: Dieser Film über Freundschaft – dieses schöne und zeitlose Thema – funktioniert allein schon wegen seiner Protagonisten, denn diese sind die eigentlichen Darsteller. Im Grunde gibt es im Kino zwei Arten von Figuren: Schauspieler, die versuchen, ihren Figuren zu ähneln, und Figuren, die versuchen, ihren Schauspielern zu ähneln. Fabrice Luchini und Patrick Bruel – oder besser gesagt Arthur Dreyfus und César Montesiho – gehören zur zweiten Kategorie. Neben einem maßgeschneiderten Drehbuch erfordert diese filmische Situation vor allem noch eine weitere Voraussetzung: dass die Schauspieler sowohl natürlich als auch talentiert spielen. Dafür gibt es nur eine Lösung: natürliches Talent zu besitzen. Das ist bei unseren beiden Freunden garantiert.
Der eine verkörpert einen Mann, der ein bisschen naiv, ein bisschen altmodisch, ein bisschen mittelmäßig, ein bisschen «ein bisschen» ist – was ein wenig an jemanden erinnert, nämlich an ihn selbst. Der andere spielt einen Typen, der richtig prollig, richtig jugendlich, richtig charmant und richtig verschwenderisch ist – genau so, wie er selbst ist. Patrick Bruel, gegen den fünf Frauen Vorwürfe wegen unangemessenen Verhaltens, insbesondere wegen Exhibitionismus, erhoben haben, spielt im Kino also eine Facette seiner Persönlichkeit, zu der er steht. Und auf die er sich im Übrigen in seinen Stellungnahmen beruft, um den wesentlichen Unterschied zwischen plumpem Charme und Belästigung deutlich zu machen.
«Das Beste kommt noch »oder auch nicht“, wagt es jedoch Der Figaro, wobei man eine etwas schuljungenhafte Komödie bedauert. Nun, «das Beste kommt noch – oder auch nicht», ja, tatsächlich, denn man muss den Satz wörtlich nehmen: Es ist nicht sicher, ob man in Zukunft etwas Besseres finden wird, da dieser Film einfach sehr gut ist und das Duo Bruel-Luchini unübertroffen ist, so wie es, in einem ganz anderen Genre, das Duo Hallyday-Luchini war. Auch das ist Kino: eine künstlerische Begegnung so weit wie möglich zu einer einzigartigen Erfahrung zu entwickeln.
Schreiben Sie dem Autor: jonas.follonier@leregardlibre.com
Fotocredit: © Pathé Films
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