Ein Monat voller Emotionen
OLYMPUS DIGITALKAMERA
Le Regard Libre Nr. 41 - Jonas Follonier
Der Juli sollte eigentlich für Sommer und damit für Urlaub stehen, aber es hilft alles nichts: Wo Arbeit Leidenschaft ist, ist Arbeit beständig. Kein Grund zur Klage also; im Gegenteil: Freude! Zusammen mit drei Kollegen haben wir das Internationale Festival des Fantastischen Films in Neuenburg intensiv erlebt und in einer Woche jeweils mehr als zwanzig Spielfilme gesehen. Unser Sonderdossier, das die S. 26-54 dieser Ausgabe einnimmt, enthält nur eine Auswahl unserer Kritiken. alle auf unserer Website verfügbar - sowie zwei außergewöhnliche Interviews mit einem talentierten Regisseur und einer talentierten Schauspielerin.
Ich hatte zudem die Ehre, Mitglied der Taurus Studio Innovation Jury zu sein, deren Ziel es ist, den innovativsten Schweizer Kurzfilm auszuzeichnen. Die achtzehnte Ausgabe des NIFFF war ein abwechslungsreiches Jahrgangsprogramm, wie mein Kollege Thierry Fivaz bereits erwähnt hat, und das gilt schon für die knapp zehn Kurzfilme, die wir in der Jury bewerten mussten. Es gab sehr gute und weniger gute Beiträge. Das erinnert uns einerseits daran, wie wichtig eine nationale Debatte über die Billag-Gebühr und deren Verwendungszweck ist, zeigt uns aber auch, dass die Schweiz in der Lage ist, qualitativ hochwertige Produktionen hervorzubringen.
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Die Wahl unserer Jury fiel auf den Kurzfilm Das Mädchen im Schnee («Das Mädchen im Schnee») von Denis Leddergerber. Das Thema des Films – die Erstellung von Geräuscheffekten und des Soundtracks für einen Film – hat den Verdienst, einen wenig bekannten und dennoch wertvollen und spannenden Beruf ins Rampenlicht zu rücken. Vor allem aber gelingt es diesem Werk, seine schonungslose Darstellung mit einer bewundernswerten Ästhetik zu verbinden und Emotionen zu wecken.
Über Kino, Kultur und Literatur zu diskutieren – das ist eine Tätigkeit, die ebenso wie unsere Berichterstattung über bestimmte Konzerte des Montreux Jazz Festivals und von „Sion sous les étoiles“ sowie unsere Vorliebe für differenzierte politische Überlegungen die Anregung philosophischer Diskussionen sowie unser Bestreben, eine bestimmte Gastronomie näherzubringen, zu einer anderen Schweiz zu gehören als jener verabscheuungswürdigen und kritikwürdigen, die ihren Juli damit verbracht hat, darauf zu hoffen, dass Frankreich nicht die Weltmeisterschaft gewinnt, und ihren maßlosen und ungerechtfertigten Hass zu verbreiten. Jeder hat die Macht zu entscheiden, welcher dieser beiden Schweiz er ähneln möchte. Der Schweiz der echten Emotionen und des Miteinanders oder der Schweiz der instinktiven Triebe und der falschen Gemeinschaft. Das ist zumindest meine Überzeugung. Viel Spaß beim Lesen!
Schreiben Sie dem Autor : jonas.follonier@leregardlibre.com
Fotocredit: © Loris S. Musumeci für Le Regard Libre
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