«Ferdinand», ein schöner Zeichentrickfilm in der Kulisse Spaniens

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geschrieben von Jonas Follonier · 27. Dezember 2017 · 0 Kommentare

Les mercredidis du cinéma - Jonas Follonier

1938 erschien ein Kurzfilm von Walt Disney über einen Stier mit starken Muskeln, aber einem sentimentalen Herzen, das mehr dem Duft von Blumen als dem Kampf mit den Hörnern zugetan ist. Im Jahr 2017 kam eine Langfilmadaption des Märchens auf die Leinwand, Ferdinand, Der Film lässt das Lob der Andersartigkeit und die Anprangerung des Stierkampfs in einem neuen Licht erscheinen. Regie führte Carlos Saldanha, dem wir die ersten drei Eiszeit.

Aufgewachsen in einer casa del toros an der Seite seiner kämpferischen Kumpels, schnuppert Ferdinand nur zu gern an der hübschen roten Blume im Hof. An dem Tag, an dem sein Vater in die Arena gebracht wird, flieht der junge Stier in die Wildnis. Es folgt eine wunderschöne Sequenz, in der Ferdinand von der Tochter eines Gärtners adoptiert wird, der ebenfalls Zuneigung zu dem Tier entwickelt. Hier zeigt der Film seinen rührendsten und ästhetischsten Teil.

Doch aus dem jungen Stierkalb wird bald ein kräftiger Bulle. Als er in die Stadt kommt, um an einem Blumenfest teilzunehmen, werden die Feierlichkeiten schnell zur Katastrophe. Von einer Biene gestochen, rast das übergroße Tier in die Menge und stellt Stände und Geschäfte auf den Kopf. Die Polizei greift ein und Ferdinand, der sich an sein neues Leben mit dem Bauern und seiner Tochter gewöhnt hat, wird in das Gefängnis seiner Kindheit zurückgebracht.

Eine Stunde lang überschlagen sich die Ereignisse, bis es schließlich zu einem farbenprächtigen Finale in der Arena von Madrid kommt. Ferdinand erreicht zweifellos sein Ziel der Unterhaltung. Ein wohldosierter und gut recherchierter Humor kommt dabei ebenso zum Vorschein wie eine äußerst exquisite Instrumentalmusik. Vor allem aber zeigen die sehr schönen computergenerierten Bilder quer durch das spanische Land, zwischen Windmühlen und kargen Feldern im Mondschein, das ganze Potenzial des modernen Animationsfilms.

Schreiben Sie dem Autor: jonas.follonier@leregardlibre.com

Bildnachweis: © Twentieth Century Fox Film Corporation

Jonas Follonier
Jonas Follonier

Bundeshauskorrespondent für «L'Agefi», Singer-Songwriter, Jonas Follonier ist Gründer und Chefredakteur von «Regard Libre».

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