«Mortal Engines» oder die Brutalität der Langeweile

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geschrieben von Hélène Lavoyer · 19. Dezember 2018 · 1 Kommentar

Les mercredis du cinéma - Hélène Lavoyer

Nach einem Krieg, der die Erde in ein lebensfeindliches Terrain verwandelte, lebt die Menschheit in mobilen Städten. London, die gierigste unter ihnen, überlebt dank der antiken Städte, von denen sich ihre Motoren ernähren. Die Menschen in diesen Städten werden aus ihren armen und unhygienischen Verhältnissen gerettet, nehmen die Londoner Ideologie an, die die Jagd als Spiel und die Zerstörung dieser Städte als Sieg darstellt, und alles ist gut in der besten aller Welten.

Doch eines Tages versucht Hester Shaw (Hera Hilmarsdóttir), Thaddeus Valentine (Hugo Weaving) zu ermorden – den reichen, bösen, gierigen Archäologen, der sich «über seinen Stand als Armer aus der antiken Stadt emporgearbeitet hat». Unterstützt wird sie dabei von Tom Natsworthy (Robert Sheehan), einem tollpatschigen Schönling, der ein bisschen zu viel redet, und von asiatischen Kriegern, die die Mauer beschützen, Hester Shaw muss Thaddeus nun aufhalten, bevor er die verbliebenen Guten mit einer Choralenergie-Waffe vernichtet – nur sie allein besitzt den Schlüssel, mit dem sich diese Waffe deaktivieren lässt.

Ich habe die Nase voll von diesen «Filmen», die alles Mögliche zusammenwürfeln, von diesen Blockbuster für die die Marketingleute schon ein ganzes Spektakel aufziehen, obwohl noch niemand sie gesehen hat, und die nur durch ihre visuellen Effekte spektakulär sind, deren Handlung aber so dürftig ist, dass man nicht nur den Ablauf, sondern auch die Dialoge und sogar das Verhalten der Figuren schon im Voraus erahnen kann. Ich habe die Nase voll vom Klischee der unterdrückten Unterschicht – hier zudem verkörpert durch Hester, eine Frau, damit es «gut aussieht» –, der alles widerfährt, die aber gegenüber der bösen Bourgeoisie standhaft bleibt.

Nicht, dass das Bild falsch wäre, und auch nicht, dass es unangenehm wäre, – endlich – auf der Leinwand Heldinnen, chinesische Schauspieler (die übrigens zwangsläufig jene sind, die über eine jahrtausendealte Weisheit verfügen, durchdrungen von Botschaften des Friedens und der Liebe), Menschen gemischter Herkunft und so weiter – zu sehen, sondern einfach, dass sie ausgeglichen einfach so, um einen guten Eindruck zu machen und zu zeigen: «Aber ja, schaut doch mal, wir akzeptieren sie, wir geben ihnen sogar Rollen im Kino!». Aber was für Rollen! Die von Figuren, die so flach und stereotyp sind, dass man nicht einmal die geringste Stärke des einen oder anderen Schauspielers erkennen kann (obwohl Robert Sheehan sich Mühe gibt, à la Johnny Depp in Piraten der Karibik, mit einem Spiel voller Mimik und einer Gestik, die fast schon wie abgekupfert wirkt).

Schreiben Sie dem Autor: helene.lavoyer@leregardlibre.com

Bildnachweis: © Universal Pictures

mortal engines
Vereinigte Staaten, 2018
Regie: Christian Rivers
Drehbuch: Peter Jackson, Fran Wals, Philippa Boyens
Dolmetschen: Robert Sheehan, Hera Hilmar, Hugo Weaving, Leila George, Ronan Raftery
Produktion: Universal Pictures, Media Rights Capital, Wingnut Films
Verteilung: Universal Pictures
Dauer: 128 Minuten
Ausgehen: 12. Dezember 2018

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