Nach «Paris gehört uns» ist eine Reise nach Paris angebracht

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geschrieben von Alissa Musumeci · 15. Februar 2020 · 0 Kommentare

Netflix & Chill am Samstag - Alissa Musumeci

Anna (Noémie Schmidt) und Greg (Grégoire Isvarine) begegnen sich auf ganz gewöhnliche Weise in einem Nachtclub. Sie erleben eine sehr turbulente Liebe. Ihre Geschichte ist geprägt von Streitigkeiten, Missverständnissen, aber auch von romantischen Momenten und Komplizenschaft. Als Greg beschließt, nach Barcelona zu gehen, um dort seinen Lebensunterhalt zu verdienen, stellt Anna ihre gesamte Existenz in Frage.

Warum fühlt sie sich in dieser Welt so missverstanden? Wird sie eine echte Liebesgeschichte erleben, wie im Märchen? Wird sie sich endlich erfüllt fühlen können? Nach reiflicher Überlegung fühlt sie sich bereit, zu Greg nach Barcelona zu ziehen. Von Unglück oder durch Chance, verpasst sie ihren Flug. Dieser wird kurz vor ihrer Ankunft in Spanien abstürzen. Dieses Ereignis versetzt Anna in eine melancholische Stimmung, die mit den Erinnerungen an ihre Kindheit verbunden ist.

Elisabeth Vogler, die Regisseurin des Films, hat sich für eine ganz besondere Art der Inszenierung der Geschichte entschieden, was mir nicht unbedingt gefallen hat. Das Schauspiel lässt leider zu wünschen übrig: Bei den Streitigkeiten des Paares beispielsweise hat der Zuschauer keinerlei Zugang zu ihren Emotionen. Das ist wirklich schade. Zudem tauchen immer wieder Nahaufnahmen von Annas Körper und Gesicht auf, was dem Film eine schwerfällige Wirkung verleiht.

Die Off-Stimme, die stärker präsent ist als die Dialoge, versucht, den Zuschauern philosophische Botschaften zu vermitteln, doch leider gibt es in dem, was sie uns beibringen möchte, nichts, worüber man nachdenken könnte. Die Rückblenden in die Vergangenheit und die Vorausschauen auf zukünftige Ereignisse machen den Film sehr schwer verständlich, zumal es keinen wirklichen roten Faden gibt. Die Szenen am Strand, in denen eine Metapher für die Liebesgeschichte zwischen Greg und Anna zu sehen ist, tragen nichts wirklich Klares oder Interessantes zum Film bei.

Paris gehört uns versucht, im Verlauf der Geschichte verschiedene Höhepunkte einzubauen. Zum Beispiel der Terroranschlag von Charlie Hebdo die sich am 7. Januar 2015 in Paris ereignete. Diese Tragödie, die ganz Frankreich, aber auch die Nachbarländer erschüttert hatte, hätte ausführlicher behandelt werden sollen. Warum wurde nicht ein Teil des Films den Empfindungen der Pariser gewidmet? Wie haben sie sich danach wieder aufgerappelt? Der Film verrät uns weder, wann sich das ereignet hat, noch warum, noch welche Auswirkungen dieses Drama auf die Pariser Jugend hatte, obwohl dies eigentlich das zentrale Thema des Films sein sollte.

Der Absturz des Flugzeugs, mit dem Anna eigentlich hätte fliegen sollen, wird ganz einfach durch eine Nahaufnahme des Cockpits symbolisiert, in der der Pilot eine Landebahn sieht. Die Off-Stimme erklärt uns – wie immer sehr vage – Annas Gefühle, doch wieder einmal wissen wir weder, wann dies geschah, noch kennen wir die Umstände und Folgen dieses Unfalls.

Insgesamt – es schmerzt mich, das so zu sagen – lehrt uns dieser Film nichts Neues. Die Botschaft, die er vermitteln möchte, ist von unbeschreiblicher Banalität und gerade mal eines Amateurfilms würdig. Ich denke dennoch, dass die Elemente gut ausgewählt waren; die Regisseurin ging von einer sehr guten Absicht aus, aber man hätte sie ganz anders inszenieren müssen. Kurz gesagt: Der Zuschauer bleibt auf seiner Hungerstufe zurück, die er durch eine Reise ins echte Paris stillen wird – das Paris, dessen Herz nach den jüngsten Tragödien noch immer schlägt.

Schreiben Sie dem Autor: alissa.musumeci@leregardlibre.com

Bildnachweis: © Netflix

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