«Pig (khook)»: Sie werden liken!

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geschrieben von Thierry Fivaz · 09 Juli 2018 · 0 Kommentare

Neuchâtel International Fantastic Film Festival (NIFFF) - Thierry Fivaz

Das Leben ist ungerecht! Während seine Kollegen, die Filmemacher, geköpft werden und das Glück haben, in den Nachrichten zu erscheinen, scheint niemand Hasan Kasmai, der ebenfalls Filmemacher ist, auch nur die geringste Aufmerksamkeit zu schenken.

Hasan Kasmai (Hasan Majuni) liegt ausgestreckt auf seinem Bett und ist tief bedrückt. Das Schicksal scheint es auf ihn abgesehen zu haben. Warum interessiert sich der Serienmörder und Liebhaber abgetrennter Köpfe nicht für ihn? Für ihn, den großen Hasan Kasmai, der zweifellos der begabteste iranische Regisseur seiner Generation ist! Zwar ist Hasan seit einiger Zeit – wahrscheinlich aufgrund von Filmen, die etwas zu militant sind – auf die schwarze Liste gesetzt und darf seinen Beruf vorerst nicht mehr ausüben. Und zwar wird Hasan, das ist wahr, durch die Produktion von Werbespots für so glamouröse Produkte wie Insektizidsprays sein kreatives Genie nicht (wieder) entfalten können; aber trotzdem!

Glücklicherweise gibt es in einer solchen Situation kein besseres Heilmittel als die Arme einer Mutter, um Trost zu finden. Hasans Mutter wohnt bei ihm, und die alte Frau verspricht ihm: Auch ihm wird bald der Kopf abgeschlagen; der Mörder hat sich das Beste einfach für den Schluss aufgehoben. Puh! Wie tröstlich diese Worte doch sind.

# – Netzwerke sind nicht schön

Das ist, kurz gesagt und ohne die Handlung zu verraten, die verrückte Atmosphäre, die in Schwein (Khook) von Mani Haghighi, der, wie sein Alter Ego Hasan Kasmai ist ebenfalls Iraner. Mit seinem achten Spielfilm liefert der Regisseur eine komische, temporeiche und ausgesprochen sympathische Geschichte ab. Als enttäuschter Liebhaber und Nörgler par excellence verleihen Hasan Kasmai sein struppiger Bart und sein zerzaustes Haar das Aussehen eines Teddybären – zwar ein wenig schäbig, aber dennoch auf amüsante Weise liebenswert. Genau wie übrigens seine gesamte Familie, die sich mit Leib und Seele für ihn und sein Werk einsetzt und durch ihre Einfachheit und ihr Wohlwollen überrascht.

Es wäre jedoch falsch, dies auf Schwein (Khook) eine etwas verrückte schwarze Komödie. Denn so unterhaltsam der Film auch sein mag, er ist zugleich ein Zerrspiegel, den uns Mani Haghighi vorhält, wie die zahlreichen Mise-en-abîmes oder auch die Wasserfläche zeigen, auf der Hasan in einem Boot mit Löwenkopf festgenommen wird. Ein Spiegel, der uns das Abbild einer Welt zeigt, in der Geld Vorrang vor Ideen hat, in der soziale Netzwerke an die Stelle von Richtern treten und in der der Wert eines Menschen auf die Anzahl seiner followers. Aber worin besteht dann der Unterschied zu unserer Welt? Zweifellos darin, dass es in unserer Welt Hasan Kasmai leider nicht gibt.

Schwein (Khook) Im Rahmen des Festivals am Donnerstag, den 12. Juli, im „Cinéma des Arcades“ (erneut) zu sehen: Ihr werdet liken!

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Schreiben Sie dem Autor: thierry.fivaz@leregardlibre.com

Bildnachweis: © NIFFF

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