Dom «MA »ge

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geschrieben von Melisa Oriol · 12. Juni 2019 · 0 Kommentare

Mittwochs im Kino - Melisa Oriol

Tate Taylor nach ihrem erhabenen Meisterwerk Die Farbe der Gefühle, Der mehrfach preisgekrönte Film enttäuscht dieses Mal mit Meine, Der Film ist ein geschmackloser Horrorfilm.

Bei einer Schauspielerin wie Octavia Spencer sind die Erwartungen sehr hoch. Spencer, die in den letzten Jahren in zahlreichen Filmen, von der Hausangestellten bis zur Mathematikerin, zu sehen war, liefert auch diesmal wieder eine atemberaubende Leistung ab. Ihre Fähigkeit, starke Emotionen durch ihre Blicke zu vermitteln, verleiht dem Film eine wahre Größe. Meine. Sein Blick wird übrigens oft durch Nahaufnahmen betont, was ihm zusätzliche Kraft verleiht.

Obwohl Sue Ann «Ma» eine ausgewiesene Psychopathin ist, gelingt es dem Film dennoch, in uns Mitgefühl für sie zu wecken, indem er uns ein einschneidendes Ereignis aus ihrer Zeit als Gymnasiastin zeigt. So entsteht nach und nach eine Hassliebe zwischen dem Zuschauer und dieser armen, von Rache besessenen Frau. Leider ist Sue Ann die einzige Figur mit einer wirklich interessanten Psychologie. Der Rest der Protagonisten ist erschreckend banal.

Wie schon tausendmal zuvor sehen wir eine Gruppe leicht rebellischer Teenager, die die Neue an der Schule mit in ihre Clique aufnehmen. Diese ist relativ schüchtern. Sie freundet sich natürlich mit der Beliebten an, geht mit dem «braven» Jungen der Clique aus und wohnt bei ihrer Mutter, die sie alleine großzieht. Das ist ein Archetyp dummer amerikanischer Teenager aus Horrorfilmen, von dem man langsam genug hat. Hier gibt es keinerlei Bestreben nach Originalität oder einem Bruch mit den Konventionen.

Ein unvollendetes Drehbuch

Trotz der Fadheit der Protagonisten gelingt es dem Drehbuch, die Spannung nach und nach aufzubauen. Sue Ann «Ma» freundet sich mit den Jugendlichen an, doch die Dinge werden immer seltsamer und beunruhigender. Die Gewalt, mit der Ma die Jugendlichen an sich bindet, wird immer stärker, und die Frau wirkt zeitweise sogar bipolar. Kurz gesagt: Man bereitet uns auf ein schreckliches und äußerst blutiges Ende vor. Und doch werden vielversprechende Handlungsstränge nicht weiterverfolgt, und das Ende ist schlampig umgesetzt. Es ist so schnell und simpel, dass es seine Versprechen leider nicht einhält.

An einer Stelle werden die Jugendlichen gefoltert, obwohl auf der Leinwand eigentlich nichts gezeigt wird. Fast alles wird nur angedeutet. Diese Sequenz hätte durchaus schreckenerregend und spektakulär sein können, doch zu viele Ungereimtheiten trüben die Logik dieser Schlussszene. Die Musik versucht so gut es geht, die Ereignisse zu untermalen, doch Mas Rachefeldzug ist nicht so, wie man es sich erhofft hatte. So ist es bedauerlich, dass die sich allmählich aufbauende Spannung des Films, die uns das Blaue vom Himmel versprochen hatte, plötzlich abfällt und einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Das ist enttäuschend.

Schreiben Sie dem Autor: melisa-orl@hotmail.com

Bildnachweis: © Universal Pictures

MA
VEREINIGTE STAATEN, 2019
Regie: Tate Taylor
Drehbuch: Scotty Landes
Dolmetschen: Octavia Spencer, Diana Silvers, Juliette Lewis, McKaley Miller, Corey Fogelmanis, Dominic Burgess, Dante Brown, Tanyell Waivers
Produktion: Blumhouse Productions, Wyolah Films
Verteilung: Universal Pictures International Schweiz
Dauer: 1h40
Ausgehen: 5. Juni 2019

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