«Under the silver Lake» - Muffeln, wichsen, rauchen: ein gutes Rezept!
Neuchâtel International Fantastic Film Festival (NIFFF) - Thierry Fivaz
Under the silver lake ist eine wahre Hommage an das amerikanische Kino und die amerikanische Populärkultur. Der Film, der im Rahmen des internationalen Wettbewerbs am NIFFF gezeigt wurde, ist ein ebenso seltsamer wie amüsanter Film, eine wahre Schatzsuche mit einem liebenswerten Idioten.
Mit Under the silver lake, beschert uns Regisseur David Robert Mitchell zu unserer großen Freude einen völlig verrückten Film, in dem wir mitten in Los Angeles einen etwas abgehobenen jungen Mann begleiten, der ein verschwundenes Mädchen wiederfinden möchte, das er am Vortag kennengelernt hat. Für seinen dritten Spielfilm hat Mitchell uns ein recht seltsames Gericht zusammengemischt; man mische eine Prise Der Da-Vinci-Code, von einem Thriller à la Hitchcock über Humor und Popkultur bis hin zu einer soliden Lynch-Basis – und das Ergebnis ist Under the silver lake, ein völlig verrückter, aber ehrlich gesagt sehr sympathischer Film.
Am Freitag, dem 6., und Donnerstag, dem 12. Juli, als Schweizer Premiere beim NIFFF gezeigt, Under the silver lake entführt uns auf eine Schatzsuche durch das glitzernde Los Angeles. Angeführt wird diese Jagd von Sam (Andrew Garfield), einem arbeitslosen Typen, der seine Tage damit verbringt, nichts zu tun – außer wenn er mit dem Fernglas den üppigen Busen seiner Nachbarin beobachtet. Man erkennt hier die versteckte Anspielung auf Fenster zum Hof; schräge Anspielungen, die übrigens den gesamten Film von Mitchell durchziehen und von Anfang an deutlich machen, dass man sich hier nicht ernst nimmt.
Die Geschichte, in die sich Sam, ein Detektiv aus der Improvisation, hineinbegibt, dreht sich darum, Sarah (Riley Keough) wiederzufinden – ein bezauberndes junges Mädchen, das er am Vortag kennengelernt hat und das auf mysteriöse Weise verschwindet, wobei es seltsame Symbole hinterlässt. Wie in einem Film noir macht sich Sam daraufhin auf die Suche nach ihr. Diese Ermittlungen führen ihn an seltsame und zwielichtige Orte, die von Hippies und reichen Sprösslingen bevölkert sind, und lassen ihn glauben, dass die Welt, in der er lebt, von geheimen Zeichen umgeben ist, die nur Eingeweihte entschlüsseln können. Ein Paralleluniversum, das sich hinter unserem verbirgt – kurz gesagt, eine echte Verhöhnung von Verschwörungstheorien und Ähnlichem. Fake News die heutzutage von vielen Verrückten verbreitet werden.
Under the silver lake mischt verschiedene Genres und bezieht sich sowohl auf das Kino als auch auf Popkultur und Popmusik sowie auf New Age. Da der Film es wagt, Super Mario, eine absurde Doggy-Style-Szene, die Smaragdstadt aus „Der Zauberer von Oz“ und Katzenmasken in einem einzigen Film zu vereinen, weiß man gar nicht mehr, wo man zuerst hinschauen soll. Aber zweifellos verleiht dies dem Film einen gewissen Charme, der zwar manchmal etwas langatmig ist, aber insgesamt total verrückt und unterhaltsam anzusehen ist. Es ist unmöglich, nicht über Sams Dummheit und die fast schon absurde Situation zu lachen, in die er gerät. Eine Ermittlung, die ihm am Ende sogar die Geheimnisse enthüllt, die sich hinter den größten Hits unserer Zeit verbergen! Übrigens hat man nach dem Film nur noch einen Wunsch: nämlich (noch einmal) hinzugehen und zuzuhören Smells like teen spirit von Nirvana.
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Schreiben Sie dem Autor: thierry.fivaz@leregardlibre.com
Bildnachweis: © NIFFF
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