«Von der Küche ins Parlament» - Rückblick auf einen aktuellen Kampf

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geschrieben von Malika Brigadoi · 06. März 2021 · 0 Kommentare

Die Filmplattformen am Samstag - Malika Brigadoi

Zehn Jahre nach der ersten Version seines Dokumentarfilms kehrt Stéphane Goël mit einer 2021er Ausgabe seines Films zurück Aus der Küche ins Parlament. Darin zeichnet er nicht nur den kurvenreichen und hindernisreichen Weg der Schweizerinnen zum aktiven und passiven Wahlrecht nach, sondern knüpft auch Verbindungen zu den feministischen Kämpfen für die Gleichstellung von Mann und Frau.

Der Dokumentarfilm vermittelt einen umfassenden Überblick über die aktuellen feministischen Kämpfe. Er zeigt, dass zahlreiche Kämpfe für die Gleichberechtigung gleichzeitig geführt werden und dass diese vom Kampf um das aktive und passive Wahlrecht überschattet wurden. Sie alle haben jedoch eines gemeinsam: die Infragestellung des patriarchalischen Systems. Obwohl einige Forderungen Gehör gefunden haben, wie das Recht auf Mutterschaftsversicherung oder das aktive und passive Wahlrecht, gehen andere weiter – allen voran die Lohngleichheit.

Le film ne se cantonne pas à une traversée de l’histoire politique suisse, mais propose une véritable analyse sociologique et historique de la situation au travers de témoignages et d’images d’archives. Une voix-over, à la fois légère et didactique, sert de liant aux divers formats vidéo montés par Janine Waeber. Elle permet de compléter l’information et de commenter les affiches politiques de l’époque. Au travers de ces multiples formats et témoignages – notamment d’historiennes, politiciennes et sociologues – Aus der Küche ins Parlament bietet eine engagierte Analyse der Situation der Frauen.

Ein historischer, soziologischer und politischer Kampf

Aus historischer Sicht führt der Dokumentarfilm den Ursprung dieser Trennung zwischen Mann und Frau auf das 19. Jahrhundert zurück. siècle. A cette période, tout semble les distinguer. Alors que la femme se trouve dans l’émotionnel, l’homme demeure un être rationnel. Il s’active au travail, au bistrot et en politique; trois lieux publics. La femme, de son côté, s’occupe du foyer, du ménage, des enfants et plus largement de la famille. Cette dernière s’inscrit dans la sphère privée, à qui la société donne moins de valeur qu’à la sphère publique. Un déséquilibre va s’installer au moment où les deux sexes vont évoluer dans chacune des sphères.

Soziologisch gesehen litt die Frau – und leidet noch immer – unter einem Minderwertigkeitskomplex. Zahlreiche Berichte zeigen, dass Frauen – ohne dies erklären zu können – angaben, ihren Ehemännern unterlegen zu sein oder sich ihnen unterlegen zu fühlen, insbesondere weil sie ihre Meinung nicht äußern durften, unter dem Vorwand, sie hätten keine Ahnung davon. Auch heute noch ist dieses Gefühl bei vielen Frauen vorhanden. Aufgrund ihrer verinnerlichten Unterdrückung müssen sich Frauen im beruflichen Umfeld stets stärker engagieren als ihre männlichen Kollegen, um sich zu behaupten und Anerkennung zu finden. Es dauert seine Zeit, bis sich die Mentalitäten ändern – sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern.

Endlich, Aus der Küche ins Parlament zeigt die vielfältigen Wege auf, die Frauen eingeschlagen haben, um ihr Ziel zu erreichen. Sie haben versucht, auf kommunaler, kantonaler und Bundesebene in die Politik einzusteigen, haben an Demonstrationen teilgenommen und sich um verschiedene Ämter beworben. Die immer wiederkehrende Frage, die ihnen systematisch gestellt wurde, war, wie diese Frauen es schafften, ihr Familienleben mit der Politik zu vereinbaren. Diese Frage war jedoch nie zur Sprache gekommen, als sie während der Mobilmachung der Männer im Krieg das Land in die Hand genommen hatten.

Die Schweiz – ein reaktionäres Land?

Die Schweiz war eines der letzten europäischen Länder, das Frauen das aktive und passive Wahlrecht gewährte. Tatsächlich erhielten sie dieses Recht dort erst 1971. Der Dokumentarfilm weist jedoch darauf hin, dass es, selbst wenn die Nachbarländer über ein ähnliches politisches System wie die Schweiz verfügt hätten, nicht sicher ist, ob die Frauen in diesen Ländern das Wahlrecht so schnell erhalten hätten. Die direkte Demokratie der Schweiz zeugt vom Konservatismus ihrer Bürger. Im Kanton Appenzell Innerrhoden blieben Frauen übrigens bis 1991 von der Kommunal- und Kantonspolitik ausgeschlossen.

Von der Küche ins Parlament, attire l’attention de son spectateur sur l’archaïsme et la ringardise dont l’Helvétie fait preuve aujourd’hui encore. La lenteur que permet la démocratie directe suisse était déjà dénoncée par les femmes qui défilaient devant la Place fédérale avec un gigantesque escargot. Cette léthargie reste une constante dans les réformes sociales, comme la place de la femme au sein de la famille. De plus, bien que l’égalité salariale soit inscrite dans la loi, elle n’est toujours pas respectée. De nombreux dossiers sociétaux restent en suspens, et la Suisse peine à s’y atteler.

Frauenstimmen und männliche Blicke

Obwohl einige Männer in den Archivaufnahmen ihre Meinung äußern, kommt es in den «aktuellen» Interviews, Aus der Küche ins Parlament hat sich dafür entschieden, ausschließlich Frauen zu Wort kommen zu lassen. Vor der Kamera, vor einem schwarzen Hintergrund, berichten Politikerinnen, Soziologinnen und Historikerinnen von ihren Erfahrungen und – mit einem gewissen Abstand – von ihren Analysen. Während Elisabeth Kopp sich an die Gründe erinnert, die sie 1989 zum Rücktritt aus dem Bundesrat bewogen haben, spricht Ruth Dreifuss über ihre Wahl in den Bundesrat im Jahr 1993. Marina Carobbio Guscetti erzählt, wie sie eine Sitzung des Nationalrats unterbrach, um sich dem Marsch des Frauenstreiks vom 14. Juni 2019 anzuschließen. Tamara Funiciello wiederum teilt ihre Ansichten und setzt sich für den Feminismus von heute ein.

Trotz all dieser weiblichen Stimmen wirft der Dokumentarfilm einen männlichen Blick auf die Situation, nämlich den seines Regisseurs Stéphane Goël. Tatsächlich wird der Kommentar, der die Bilder begleitet, sowohl durch seine Gedanken als auch durch seine Stimme verkörpert – die eines Mannes, der diese Zustände anprangern und dazu beitragen will, das patriarchalische System in Frage zu stellen. Auf diese Weise, Aus der Küche ins Parlament weist darauf hin, dass dieser Kampf nicht allein den Frauen obliegt, dass diese jedoch unterstützt werden können.

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Stéphane Goël beleuchtet auf anschauliche und kluge Weise ein wichtiges Kapitel der Geschichte – nicht nur der Schweiz, sondern der ganzen Welt. Anhand zahlreicher Zeitzeugenberichte und Archivbilder vermittelt er einen umfassenden Überblick über verschiedene Kämpfe und stellt Verbindungen zwischen dem Wahl- und Wählerecht der Frauen und den feministischen Bewegungen her. Auf diese Weise, Aus der Küche ins Parlament ermöglicht es jemandem, der sich nur am Rande für feministische Kämpfe interessiert, die aktuellen Auseinandersetzungen besser zu verstehen. Vielleicht gelingt es ihm, diejenigen, die dieser Bewegung zutiefst ablehnend gegenüberstehen, davon zu überzeugen, auf sie zuzugehen und ihr aufmerksam zuzuhören.

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