Es ist eine Annäherung, die fast die Form einer Stabsübergabe annimmt. Ein Treffen mit den beiden Männern, die hinter der Allianz stehen, die aus Editions Montsalvens einen unumgänglichen Akteur im Verlagswesen der Westschweiz machen will.
Auf den ersten Blick scheint nichts die beiden Männer zu verbinden, die hinter dieser Allianz stehen, die Anfang des Jahres zwischen dem Verlagshaus Montsalvens und der Gruppe Chiron Media zustande gekommen ist. Romain Chesa, der Gründer von Chiron Media, ist ein diskreter Mann, der einen Teil seiner Karriere im Ausland absolvierte, bevor er vor drei Jahren sein Unternehmen im Herzen von Freiburg gründete, das seitdem unter anderem den Verlag Academic Press Fribourg übernommen hat. Im Gegensatz dazu ist Francis Antoine Niquille eine bekannte Persönlichkeit in der Westschweizer Verlagswelt. Er ist es, der seit sieben Jahren das Projekt des gemeinnützigen Verlags Montsalvens vorantreibt, der rund 50 Publikationen veröffentlicht hat, die von «Krimis aus der Region» über historische Essays bis hin zu Kreuzworträtselsammlungen mit Spezialisierung auf Helvetismen reichen.
Zwischen den beiden Männern hat es jedoch «sofort gefunkt», wie sie sagen. Romain Chesa und Francis Antoine Niquille haben eine gemeinsame Vorstellung von ihrem Beruf. Nähe, kurze Wege, Verbundenheit mit der Region: Sie nennen die gleichen Werte, um die Gründe für ihre Annäherung zu erklären. Die Allianz mit der Chiron Media Group ist wie «ein Puzzle, bei dem alles zusammenpasst», erzählt Francis Antoine Niquille.
Alles in der Schweiz von A bis Z
Seit ihrer Gründung im Jahr 2016 verspricht die Editions Montsalvens «books bien de chez nous, written by people of here» (Bücher aus unserer Gegend, geschrieben von Leuten von hier). Das ehrgeizige Ziel ist es, die gesamte Produktionskette in der Schweiz durchzuführen, vom Satz über den Druck bis hin zum Binden. Dies wurde mit einem Swiss-Made-Label belohnt, das der Verein auch weiterhin tragen will. Der Chef der Chiron Media Group verspricht auf jeden Fall, diese Linie, die «Teil der DNA von Editions Montsalvens» ist, fortzusetzen. Er spricht von einem engagierten Ansatz im Bereich der nachhaltigen Entwicklung, der Reduzierung der Treibhausgasemissionen und der Unterstützung der lokalen Wirtschaft. Dies motivierte die Chiron Media Group unter anderem dazu, die Lagerverwaltung und Logistik der Organisation romande d'insertion et de formation (ORIF) anzuvertrauen, die in der Ausbildung und Integration von Menschen in Schwierigkeiten oder mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen tätig ist.
Das Pflichtenheft innerhalb dieser neuen Allianz ist im Übrigen klar definiert. Die kreative Verantwortung bleibt in den Händen des aktuellen Teams von Montsalvens, während sich die Gruppe Chiron Media um die operative und finanzielle Seite kümmert. Das erklärte Ziel ist es, «die Nummer eins im Buchverlagswesen im Kanton Freiburg zu schaffen» und «eine unumgängliche Gruppe darüber hinaus in der Westschweiz zu werden». Für Francis Antoine Niquille geht es jedoch vor allem darum, den Fortbestand der Editions Montsalvens (bislang 80 000 gedruckte Exemplare) in einer Verlagssphäre zu sichern, deren Zukunft ungewiss ist. «Wir wissen nicht, wie sich der Markt entwickeln wird. Wir gehen auf eine Digitalisierung der Gesellschaft zu, die es vor zehn Jahren noch nicht gab. Es ist eine Welt, die sich verändert, und wir wollen aufmerksam und vor allem nah an den Menschen sein», betont der Gründer des Montsalvens-Verlags.
Tradition und Innovation
Dieser Begriff der Nähe ist von entscheidender Bedeutung und taucht in den Ausführungen der beiden Männer mehrfach auf. Sie macht die Stärke des Verlags aus, meint Francis Antoine Niquille und verweist auf die Präsenz seiner Autoren bei zahlreichen Veranstaltungen, Messen oder literarischen Treffen in der gesamten Westschweiz. Romain Chesa betont seinerseits die Bedeutung dieser Bücher, die von dem sprechen, was auf dem Boden der Romandie geschieht, Werke, mit denen sich die Leser identifizieren können. Die Editions Montsalvens nouvelle formule strebt an, jedes Jahr mindestens einen Schriftsteller aus jedem Westschweizer Kanton zu veröffentlichen, um sich noch stärker in der Schweiz zu verankern.
Die Frage des literarischen Nachwuchses steht ebenfalls ganz oben auf der Prioritätenliste dieser Partnerschaft. Ende des Jahres soll das allererste Buch einer 18-jährigen Freiburger Autorin erscheinen. Für Romain Chesa ist die Unterstützung neuer Autoren und deren Bekanntmachung in der breiten Öffentlichkeit ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit eines guten Verlegers. Er spricht von der Notwendigkeit, an das anzuknüpfen, was Francis Antoine Niquille bisher getan hat, und gleichzeitig auf Innovation zu setzen, insbesondere durch die neuen Schriftsteller, die der Verlag fördern möchte. Die Angelegenheit wird also weiter verfolgt.
Schreiben Sie der Autorin: sandrine.rovere@leregardlibre.com