Beethovens «Große Fuge» - ein Meisterwerk mit dem Risiko, missverstanden zu werden

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geschrieben von Jean-David Ponci · 23. Oktober 2020 · 0 Kommentare

Le Regard Libre Nr. 67 - Jean-David Ponci

Die beiden Klavierlehrer des Neuenburger Konservatoriums Raphaël Colin und Emile Willemin machten sich vor fünf Jahren daran, Beethovens Große Fuge in einer Transkription für Klavier zu vier Händen aufzuführen. Ein Werk, das 1825 als sechster und letzter Satz des Streichquartetts Nr. 13 komponiert wurde. Als Beethoven berichtet wurde, dass nur der zweite und vierte Satz gestrichen worden waren, geriet er in einen denkwürdigen Zorn: «Ach, die Ochsen! Ach, die Esel! Diese Leckerbissen! Sie bekommen sie noch einmal serviert! Warum nicht gleich die Fuge? Nur die hätte gespielt werden müssen.» Nachdem die Große Fuge so schlecht aufgenommen worden war, konnte der Verleger Artaria Beethoven davon überzeugen, sie in einer Version für Klavier zu vier Händen zu veröffentlichen. Der Komponist bat Anton Halm, die Transkription anzufertigen. Beethoven war mit Halms Arbeit nicht zufrieden, und so ließ er die Fuge in einem zweiten Schritt umschreiben.

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