Die Pierce Brothers haben uns brüderlich durchbohrt

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geschrieben von Le Regard Libre · 25 Juli 2019 · 0 Kommentare

Paléo Festival 2019 - Jonas Follonier und Lauriane Pipoz

Pierce Brothers, ein australisches Duo, das aus zwei Zwillingsbrüdern besteht, trat am Dienstag, den 23. Juli 2019, auf dem Paléo Festival in Nyon auf. Begleitet von seiner Armee von Instrumenten gab das Duo ein Konzert, das den prickelnden Slogan dieser 44 perfekt verkörperte.. Ausgabe: FOLK YEAH!

Gerade als wir uns anschicken, ihre Garderobe zu betreten, gefolgt von zwei „Bieren auf Beinen“, bespritzt sich einer der beiden Brüder das Gesicht mit Wasser, während der andere uns warnt, dass es «Da drinnen ist es wirklich heiß». Diese Behauptung wurde sogleich bestätigt. Hot, ebenso wie ihr Konzert eine Stunde zuvor. Aber wir sprechen hier von einer mitreißenden Atmosphäre, von einer menschlichen Wärme, die die globale Erwärmung in den Schatten gestellt hat, von der man sagt, dass sie, «Bei der Hitze, die auf der Plaine de l’Asse herrscht, kann man nicht mehr daran zweifeln.»

Es ist so heiß, dass man so großen Durst hat © Paléo / Timon Bachmann

Eine Stunde lang begeisterten Pierce Brothers das Publikum im „Détour“ mit ihrer energiegeladenen australischen Folk-Rock-Musik. Mit zahlreichen Gitarren und anderen Saiteninstrumenten, verschiedenen rhythmischen Elementen und einem kräftigen Didgeridoo – «Ein Blasinstrument aus der Familie der Blechblasinstrumente, obwohl es aus Holz ist», sagt uns Google, also das Gegenteil eines Saxophons – und noch ein paar andere Dinger dazu: Die Instrumentierung der Band ist beeindruckend. Diese Vielseitigkeit dient einem regelmäßigen Wechsel der Stimmungen, gekrönt von einer dreiteiligen Konzertstruktur, die an eine Reise erinnert. In den Logen nicken sie zustimmend, zufrieden mit der erzielten Wirkung.

Pierce Brothers, Paléo Festival Nyon 2019 © Paléo / Ludwig Wallendorff

Vor allem die Stimmung bei der Show ist auf dem Höhepunkt. Geschickt untermalt mit tiefgründigen Texten und einfachen «Ohs» sind ihre Texte und Melodien mitreißend, ohne naiv zu wirken, und die Gesichter, die sie zum Leben erwecken, sind ebenso anziehend. Das hindert die beiden Zwillinge jedoch nicht daran, auch ausgesprochen traurige Lieder in ihrem Repertoire zu haben. Erklärung in der Garderobe: «Traurige Lieder wirken sehr befreiend; wir wollten Stücke schaffen, die Hoffnung vermitteln.» Weit entfernt von Teenager-Schlagerliedern also. Im Gespräch erfahren wir übrigens, dass einer der Brüder einen Unfall hatte und anschließend drei Jahre lang unter einer posttraumatischen Belastungsstörung litt. Daher auch diese Titel.

Die beiden Brüder sind zwar nicht zum ersten Mal in der Schweiz auf der Bühne, aber es ist ihr erstes Festival. «Keine Tastatur, da sie schwer zu transportieren ist.» Meine Frage trifft nicht ganz ins Schwarze und geht auch nicht wirklich am Thema vorbei, aber die Antwort ist gut! Jedenfalls würde man sich bei ihrer sehr folkigen … ja sogar countryartigen Musik kein Klavier wünschen. Sind sie übrigens von diesem Musikgenre beeinflusst? «Ja, auf jeden Fall, und vor allem von Paul Kelly, der so etwas wie unser australischer Bob Dylan ist und zu unseren größten Vorbildern zählt.» Zum Abschluss noch ein Zitat von einem der Beteiligten: «Wir würden gerne ein Banjo hinzufügen, das uns in die Country-Musik einordnen würde.», aber der andere will davon nichts wissen: «Niemals». Das letzte und entscheidende Wort dieser Zwillinge mit ihren subtilen Unterschieden.

Schreiben Sie dem Autor: jonas.follonier@leregardlibre.com

Das Interview entstand in Zusammenarbeit mit Lauriane Pipoz

Bildnachweis: © Paléo / Ludwig Wallendorff

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