Aszendent Jungfrau: Eine schwebende, aber entpersönlichte Show

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geschrieben von Erica Berazategui · 25. Juli 2022 · 0 Kommentare

Die Gruppe Ascendant Vierge trat am 22. Juli in Paléo mit ihren verrückten Technotracks in aller Einfachheit auf. Fast zu einfach: Man fühlte sich eher wie auf einer Elektro-Party als auf einem Festival.

Bei einem sehr angenehmen Nieselregen trat die französische Elektro-Band Ascendant Vierge am Freitag, dem 22. Juli, auf der neuen Paléo-Bühne namens Belleville auf, die der Musik dieses Genres gewidmet ist. Die beiden Bandmitglieder Mathilde Fernandez und Paul Seul entführen das Publikum an Bord eines Raumschiffs in eine andere Galaxie – welche genau, lässt sich schwer sagen – und bieten einen intimen, schlichten und berauschenden Moment. In Rosa und Schwarz gekleidet, er an den Plattentellern, sie am Mikrofon, sind die beiden Künstler ganz in ihrem Element und spielen einen Song nach dem anderen, ohne ein Wort zu sagen. 

Die Musik von Ascendant Vierge eignet sich nicht nur für Abende in Techno-Clubs, sondern auch für ein Open-Air-Konzert auf einem Festival. Auch ohne die Band zu kennen, kamen Elektro-Fans dieses Jahr auf der neuen Belleville-Bühne voll auf ihre Kosten: Man muss die dort auftretenden Künstler nicht kennen, wenn man sich einfach von der Lust am Entdecken leiten lässt. Auch wenn sich die Atmosphäre stark von einem Abend (oder einer Nacht) im Club unterscheidet, ist es keineswegs unangenehm, nicht zwischen vier Wänden eingesperrt zu sein – ganz im Gegenteil. Was die Umgebung angeht, ist das Erlebnis ein ganz anderes.

Gewohnte Atmosphäre 

Vor der Bühne versammelt sich ein eher typisches Elektro-Publikum: keine große Überraschung. In den ersten Reihen wippen die Köpfe, alle springen herum und die Luft wird dünn. Kurz gesagt: eine typische Atmosphäre für diese Art von Musik. Sobald man sich jedoch davon entfernt, wird die Stimmung weniger bedrückend, man kann wieder aufatmen. Von hinten genießt man die Show fast noch mehr. Man kann die Größe und Schönheit von Belleville bewundern: Die strahlenartigen Lichtbänder über der Bühne funkeln im gleichen Rhythmus wie die mit den Füßen wippenden Zuschauer.

Einziger Wermutstropfen des Konzerts: Es handelt sich eben genau um ein Konzert und nicht um einen DJ-Auftritt oder ein Live-Set. Die einstündige Darbietung ist sehr unpersönlich, aber einfach und wirkungsvoll. Doch die schrägen und oft sehr witzigen Texte gehen fast vollständig in der aggressiven Lautstärke der Bässe und Elektro-Sounds unter – einem der wesentlichen Merkmale der Exzentrik dieser Band. «Ich glaube, ziemlich viele Leute sind gekommen, um sie zu sehen. Schade, dass sie sich kein einziges Mal an das Publikum gewandt haben», kommentiert im Nachhinein eine Festivalbesucherin, die schon eine Weile darauf gewartet hatte, diese Band am Paléo zu sehen. Das Potenzial eines Open-Air-Konzerts wurde offensichtlich nicht ausgeschöpft.

Schreiben Sie der Autorin: erica.berazategui@leregardlibre.com

Titelbild: Die französische Band Ascendant Vierge, Paléo Festival Nyon 2022 — © Paléo / Ludwig Wallendorff

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Erica Berazategui
Erica Berazategui

Erica Berazategui, eine Literaturstudentin und Bildjournalistin, veröffentlicht manchmal Artikel in Le Regard Libre, wo sie ein Praktikum im Bereich Kommunikation und Grafikdesign absolviert hat.

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