BARON.E, eine Band, bei der das «Ich» der Zuhörer ist

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geschrieben von Jonas Follonier · 14. März 2020 · 0 Kommentare

BARON.E ist eine vielversprechende Freiburger Band, die aus einem Jungen und einem Mädchen besteht. Es braucht einen guten Geschmack, um zwei sehr unterschiedliche Stimmen zu einer Euphonie zu vereinen. Die Wette ist gelungen. Video-Diskussion mit dem Duo, das vor kurzem seine EP veröffentlicht hat Goldene Jugend und die, glauben Sie mir, bald zur frankophonen Musikszene zählen wird.

Ein Glas Ego, eine Single von der EP mit dem ironischen Titel «Jeunesse dorée» (Goldene Jugend)»

Arnaud Rolle und Faustine Pochon beantworten meine Fragen aus der Ferne, per Duplex, da die ganze Schweiz aufgrund der vom Bundesrat angekündigten Maßnahmen an das Haus gefesselt ist. Aber nur weil die vierte Ausgabe des Prémices Festival aufgrund von Sie wissen schon was abgesagt wurde, heißt das nicht, dass die beiden charmanten Dzodzets ihre Motivation verloren haben. Das Konzert, das sie dem Publikum des Prémices Festivals heute Abend in Lausanne hätten bieten sollen, konnte gestern in Freiburg im Nouveau Monde stattfinden, und zwar mit einem Live-Wiederholung auf Facebook zu finden. Außerdem bietet diese beginnende Zeit, die wie ein auf das Quadrat angewandtes Programm der Grünen wirkt, gute Aussichten auf ein Homeoffice. «Wir werden davon profitieren, neue Sachen zu schreiben und zu komponieren», bestätigen sie mir. «Eine Arbeit, die uns die Live-Phase, die wir auf dem Programm hatten, nicht erlaubt hätte!»

«Das “Ich” ist derjenige, der uns zuhört»

Abprallen können ist eine Voraussetzung für Künstler. Auch die Worte von BARON.E prallen ab. Sie werden sorgfältig wie bunte Klänge geworfen, die auf andere Wörter treffen. Übrigens ist ihre Musik, die sich bereits in der Entstehungsphase befindet, vor allem eine Begegnung. Die zwischen den Texten von Arnaud und den Texten von Faustine. «Wir schicken uns Textfetzen, kleben sie zusammen und finden im Prinzip immer ein Echo in den Worten des anderen», erklärt mir letztere. «Alle Kompositionen werden jedoch von Arnaud gemacht. Dasselbe gilt für die Produktion. Der junge Mann hat Talent mit seinen Gitarren und Maschinen. Das sage ich ihm. Er lächelt - und sie auch. Aber eine Frage beschäftigt mich: Was ist das »Ich«, das in mehreren ihrer Lieder vorkommt? »Arnaud antwortet: «Das Ich bin nicht ich oder Faustine, sondern derjenige, der uns zuhört.

Faustine Pochon und Arnaud Rolle © Soraya Aghdas

Die Musik von BARON.E, die von Arnaud komponiert wurde, deren Melodien und Arrangements aber von den beiden Bandmitgliedern stammen, ist sehr schöner Pop, der ein bisschen aus dem Rock, ein bisschen aus der Disco und ein bisschen aus dem Elektro stammt... Kann man sie in dieser Hinsicht mit Die Kaiserin? «Niemand hat uns bisher diese Verbindung hergestellt, wir nehmen sie mit Freude an. Wir hören L'Impératrice und es stimmt, dass wir ein bisschen den gleichen Geist haben», rutscht dem Baron heraus.

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Was sind seine Einflüsse? «Bashung, Gainsbourg, Cohen ...» Ich unterbreche ihn: Nur gequälte Sänger? Es fehlen nur noch Thiéfaine und Higelin. «Nein, ich lasse mich viel umfassender von allem inspirieren, was ich höre. Vor kurzem hatte ich eine 100% Indie-Pop-Phase.» Und die Barone (altfranzösisch für "Mädchen mit männlichem Aussehen")? Sie erzählt mir, dass sie sich in den letzten Jahren eher im Rap-Bereich umgesehen hat. Das hat sie auf viele Ideen für Wortspiele und Betonungen gebracht.

Die Universalität der Desillusionierung

Thematisch steht die Jugend im Mittelpunkt ihrer Konzept-EP (es macht so viel Spaß, Menschen zu treffen, die noch an der Idee der Einheit festhalten). Aber auch wenn ihre Lieder ein kohärentes Ganzes bilden, ist die Jugend, die von den beiden Freiburger Studenten besungen wird, nicht homogen. Die einzige Gemeinsamkeit der Mitglieder einer verstreuten Generation? Die Tatsache, dass sie verloren sind. Mylène Farmer ist seit 1991 desillusioniert.

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«Das hat etwas Universelles, das ist sicher», sagen sie. «Man sagt manchmal, dass die Jugendlichen von heute mit größeren Problemen konfrontiert sind als früher, aber die Leute vor uns haben trotzdem AIDS und all das erlebt», fügt Faustine hinzu. «Wir haben nicht darüber nachgedacht, als wir unsere Lieder geschrieben haben. Wir wollten einfach über eine subjektive Realität sprechen. Das ist auch das Schöne an einem Lied: die Subjektivität der Texte - und des Zuhörers», schließt Arnaud. Los, BARON.E, geben Sie uns bald einen Drink! Es wird nicht zu viel sein.

Schreiben Sie dem Autor: jonas.follonier@leregardlibre.com

Titelbild: © Adrien Perritaz

BARON.E
Goldene Jugend
Eigenproduktion / [PIAS] Frankreich
2020
5 Titel

Jonas Follonier
Jonas Follonier

Bundeshauskorrespondent für «L'Agefi», Singer-Songwriter, Jonas Follonier ist Gründer und Chefredakteur von «Regard Libre».

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