Horizontale Autorität
Jeden Monat liefert der Youtuber Ralph Müller seine bitterböse Analyse eines typischen Zeitphänomens. Dieses Mal über eine seiner Meinung nach seltsame Form der Autorität.
In seinem Buch Eine Welt ohne Grenzen argumentiert Jean-Pierre Lebrun, dass die wissenschaftliche Weltsicht eine Abkehr vom Begriff der Autorität impliziert.
Der erste Grund dafür ist, dass die Autorität der Wissenschaft unabhängig von der Äußerung ist. Denn das Wesen des wissenschaftlichen Ideals besteht darin, sich als Diskurs zu verneinen, d. h. in seinem Diskurs jede Spur von Subjektivität verschwinden zu lassen. Von diesem Punkt an geht die Legitimität nicht mehr von der Autorität des Sprechers aus, sondern von der Autorität, die durch die innere Kohärenz der Aussagen verliehen wird.
In unserer Welt ist das Verhältnis zwischen Herrscher und Subjekt durch ein Verhältnis zwischen Wissen und Subjekt ersetzt worden; der Kompass ist das entkörperte Wissen. Dies führt zu einer Situation
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