Sieben unterschätzte Fakten über das Alter
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Senioren sind eine sehr vielfältige Gruppe, deren durchschnittliche Merkmale oft nicht richtig wahrgenommen werden. Eine genauere Beschreibung dieser Bevölkerungsgruppe ist umso dringlicher, als sie sich mittlerweile über fast vier Jahrzehnte erstreckt.
1. Das Medianvermögen in der Schweiz ist bei einem Rentner sechsmal so hoch wie bei einem Erwerbstätigen.
Wie die Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) zeigen, wächst das Median-Nettovermögen der Haushalte mit zunehmendem Alter. Dennoch ist ein erheblicher Teil der Senioren weiterhin mit erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten konfrontiert. Einerseits, weil die Unterschiede zwischen den vermögenden und den weniger vermögenden Personen bei den Rentnern größer sind als bei den Erwerbstätigen. Andererseits, weil Vermögen nicht gleichbedeutend mit Einkommen ist. So lebten im Jahr 2022 300.000 ältere Menschen in der Schweiz an oder unter der Armutsgrenze, wie die Studie ’The Economic and Social Responsibility in Europe’ ergab.’Beobachtungsstelle für das Alter von Pro Senectute.
2. Die Mehrheit der Menschen, die mindestens 70 Jahre alt sind, besitzt eine eigene Wohnung.
Laut einer Studie von Swiss Life besitzen 55% der Haushalte, die sich aus diesen Profilen zusammensetzen, Wohneigentum. Diese Zahl steht in starkem Kontrast zu den jüngeren Generationen, wo nur 20% der Haushalte um die 35 Jahre ihre Wohnung besitzen. In der Schweiz besitzen nur etwa 40% der Bevölkerung Wohneigentum, was im europäischen Vergleich eine relativ niedrige Zahl ist. Dass dieser Prozentsatz bei älteren Menschen deutlich höher liegt, ist größtenteils darauf zurückzuführen, dass sich ihre finanzielle Situation nach dem Erwerbsleben häufig stabilisiert hat und die Rückzahlung von Hypotheken häufig vor der Pensionierung abgeschlossen ist.
3. Bis 2050 wird ein Viertel der Schweizer Bevölkerung über 65 Jahre alt sein.
Die demografische Alterung der Schweiz ist ein wichtiger Trend. Die Zahl der Senioren wird von 1,64 Millionen im Jahr 2020 auf 2,67 Millionen im Jahr 2050 ansteigen. Die Zahl der Personen im Alter von 80 Jahren und älter wird in diesem Zeitraum von 0,46 auf 1,11 Millionen ansteigen.
4. Die Lebenserwartung bei guter Gesundheit steigt in der Schweiz.
Während bekannt ist, dass die Lebenserwartung nach einem Rückgang während des Covids wieder gestiegen ist, wird die Tatsache, dass auch die Lebenserwartung bei guter Gesundheit steigt, weniger häufig erwähnt. Es bleibt ungewiss, ob dieser Aufwärtstrend auch in Zukunft anhalten wird, aber möglicherweise könnte sich eine Art Stabilität einstellen.
5. Die 65-79-Jährigen weisen in der Schweiz ein hohes Maß an Lebenszufriedenheit auf.
Diese Menschen sind im Allgemeinen zufriedener mit ihrem Leben als jüngere Altersgruppen. Laut François Höpflinger, einem Experten für Fragen des Alterns, reduziert der Ruhestand einen Teil des Stresses, der mit dem Arbeitsleben verbunden ist, erheblich.
6. Das dritte Lebensalter spielt eine wichtige politische und soziale Rolle.
Aufgrund ihres wachsenden demografischen Gewichts und ihrer hohen Wahlbeteiligung spielen Senioren eine wichtige Rolle bei politischen Entscheidungen. Und ihr Engagement geht über die Wahlurne hinaus: Viele von ihnen beteiligen sich aktiv am Vereinsleben und an der Freiwilligenarbeit. Fast ein Viertel der 65-74-Jährigen übt eine organisierte und 40% eine informelle Freiwilligenarbeit aus, wie Panorama der Schweizer Gesellschaft 2024 zeigt. Großeltern spielen insbesondere bei der Betreuung und Erziehung von Enkelkindern eine wichtige Rolle.
7. Alter ist nicht gleichbedeutend mit unumkehrbarem geistigem Verfall.
Das Gehirn von Senioren ist nach wie vor sehr plastisch, sodass sie sich neue Fähigkeiten aneignen können. Dies zeigt sich auch in ihrer stetig wachsenden Akzeptanz neuer Technologien. Immer mehr Senioren nutzen das Internet und soziale Netzwerke, um mit ihren Angehörigen in Verbindung zu bleiben oder ihren Hobbys nachzugehen.
Schreiben Sie dem Autor: max.frei@leregardlibre.com
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