Impassible Fabrice A.
Blick auf die Gegenwart - Loris S. Musumeci
Drei Jahre nach der Ermordung der jungen Sozialtherapeutin durch ihren Patienten Fabrice A., der damals im Genfer Zentrum «La Pâquerette» inhaftiert war, begann letzte Woche der Prozess. Dieser sollte die dramatische Situation aufklären, hat den Fall aber nur vernebelt und die Gemüter verunsichert. Alle Zeitungen in der Westschweiz berichten darüber, jeder versucht zu verstehen, doch niemand sieht etwas.
Zur Erinnerung: Am 12. September 2013, als Fabrice A. in Begleitung der Betreuerin der Anstalt, Adeline M., zu einer Reittherapiesitzung unterwegs war, schnitt er ihr im Wahn die Kehle durch. Es blieb unklar, ob es sich um ein vorsätzliches Verbrechen handelte oder nicht.
Die Geschichte entwickelte sich von Mittwoch bis Freitag zu einem schrecklichen Stillstand. Der Häftling nahm tatsächlich an einem typischen Gerichtsszenario teil, in dem er erklärte, den Mord im Voraus geplant zu haben, und in dem er auch seine Schuldgefühle bekräftigte. Dies geschah jedoch ohne jegliche Emotion. Kein Lächeln - das zumindest seinen grundlosen Sadismus hätte bestätigen können - und nicht einmal eine Träne. Keine Freude, keine Wut. Fabrice A. blieb drei Tage lang völlig ungerührt. Das könnte tatsächlich ein Panzer angesichts seines totalen Zusammenbruchs sein.
Es stellt sich jedoch heraus, dass der Täter nicht nur einen unmöglichen Affekt hat, sondern auch eine absurde Gleichgültigkeit an den Tag legt. Auf die Frage: «War die Tatsache, dass Adeline eine junge Mutter war, kein Hindernis [für ihre Ermordung]?» antwortet er: «Nein, ich habe nicht daran gedacht». Das weckt sowohl Hass als auch Mitleid mit dem Mörder, der eine Marionette von Trieben und Perversionen ist.
Das Urteil wurde am Freitag ausgesetzt. Die Experten wollen sicher sein, dass sie es mit einem Psychopathen zu tun haben. Macht es einen Unterschied, ob er ein Psychopath ist oder nicht? Sollte das Verbrechen durch die Krankheit gerechtfertigt werden? Die Akte ist noch lange nicht geschlossen, auch wenn es Herrn «Fabrice A.» nicht gefällt. Es ist nur eine weitere Gelegenheit, sich mit Psychiatern, diesen investigativen Verrückten, anzulegen.
Schreiben Sie dem Autor: loris.musumeci@leregardlibre.com
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