Unser Redakteur tauchte in Graubünden ein und entdeckte die Umgebung, in der Nietzsche in den Sommern 1881 bis 1888 den Kern seines Denkens schmiedete. In dieser wilden Landschaft erschienen die Berge als Schmelztiegel einer inneren Revolution.
Dieses Thema ist ein Auszug aus dem Fotoprojekt von Nicolas Brodard «De la représentation des Alpes en Suisse». Dieses demnächst erscheinende Buch untersucht die auf der Alpenlandschaft basierende visuelle Identität der Schweiz.
Im Gegensatz zu Eugène Rambert oder Maurice Chappaz hat sich Charles Ferdinand Ramuz nie auf die hohen Straßen gewagt. Getreu einer althergebrachten Auffassung von den Bergen als einem Ort, den man meiden sollte, beschreibt der Waadtländer sie in all ihrer Fremdheit.
Im 18. Jahrhundert waren die Alpen nicht mehr nur ein Hindernis oder eine Kulisse, sondern wurden zu einem echten europäischen Mythos. Laut Professor Claude Reichler bildet die Literatur die Grundlage für diese Wiederentdeckung, bei der die Berge einen Zufluchtsort vor den modernen Umwälzungen verkörpern.