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Wirtschaft

Bericht

«Jeder kann Unternehmer werden»5 Leseminuten

von Le Regard Libre
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Unternehmer

Der Dienstagabend, der vom Schweizer Monat und Le Regard Libre stand im Zeichen des Unternehmertums. Ziel war es, die junge Generation für das Unternehmertum zu begeistern.

Die gestern in Bern organisierte Veranstaltung des Schweizer Monat und Le Regard Libre ging es um die zwei wichtigsten Dinge im Leben: Geld und Liebe, wie Moderator Lukas Leuzinger auf humorvolle Weise betonte. Zu Gast waren die Jungunternehmerin Laura Matter, die die Dating-App Noii betreibt, und Julian Liniger, Bitcoin-Unternehmer bei Relai.

Die Schweizer Monat und Le Regard Libre möchten unter anderem das Interesse junger Menschen in der Deutsch- und Westschweiz für liberale Ideen und Unternehmertum wecken. Zu diesem Zweck haben sie das Projekt «Entrepreneurial Spirit» ins Leben gerufen, das von der Bonny-Stiftung und der PEMOL-Baumann-Stiftung unterstützt wird.

Unternehmergeist
Weitere Informationen über das Projekt

Nach einer Einführung von Jonas Follonier, Chefredakteur des Regard Libre, Lukas Leuzinger, Chefredakteur des Schweizer Monat, fragte seine Gäste, was für sie das Beste am Unternehmertum sei. Für Laura - in der Startup-Szene duzt man sich - liegt der Reiz darin, etwas aufzubauen und das Leben der Menschen zu verbessern - oder, wie sie es ausdrückt: «einen Einfluss zu haben». Für Julian ist es vor allem die Lernkurve, die zählt: «In keiner Schule lernt man so viel wie im Unternehmertum.» Er denkt dabei weniger an Zahlen, Marketing oder Technologie, wo es ebenfalls viel zu lernen gibt, sondern vielmehr an zwischenmenschliche Beziehungen. Denn Menschen zu überzeugen, ist eine der wichtigsten Aufgaben von Unternehmern.

Von online zu offline

Der Weg dorthin beginnt oft mit nicht mehr als einer Idee. «Am Anfang hatte ich nichts weiter als eine Idee und einen Pitchdeck». Mit dieser kurzen Präsentation der Geschäftsidee bewaffnet, gilt es dann, sich auf die Suche nach den richtigen Partnern, Mitarbeitern und Investoren zu machen – und sie zu überzeugen. Als Unternehmer hat man immer zu wenig Zeit und Geld. Getrieben von dem Wunsch, eine möglichst grosse Wirkung zu erzielen, hat er unweigerlich gelernt, seine Zeit und Energie effizient zu nutzen. «Das ist nichts, was man bei der SBB oder der Post lernt», lächelt Julian in der Bundeshauptstadt.

Laura betont auch, wie wichtig das Umfeld ist, in dem man die Menschen motivieren muss. «In meinem Alltag läuft etwa ein Drittel der Dinge so, wie ich es mir vorgestellt habe. Ein Drittel läuft weniger gut, ein Drittel besser». Mit ihrem Unternehmen schafft sie Offline-Events, bei denen sich Singles im echten Leben verlieben können. Damit bietet sie eine Alternative zum Online-Dating, wo ihr Unternehmen ebenfalls seine Wurzeln hat. Bei der Gründung vor vier Jahren setzte Noii noch auf digitales Matchmaking und Video-Speed-Dating. Heute setzt Laura für ihre rund 70.000 Nutzer ganz auf Events und organisiert etwa 15 Veranstaltungen pro Monat. Noii beschäftigt mittlerweile 12 Personen und hat ein Büro in Zürich. Die Technologie stammt aus der Ukraine.

Beharrlichkeit bei der Suche nach Geld

Die Frage der Finanzierung – oder Fundraising, Auch die sogenannte «Gründerkrise», wie sie im Unternehmerjargon genannt wird, war ein grosses Thema. Denn was nützt die beste Idee, wenn das Startkapital fehlt oder man kein Geld auftreiben kann? In diesem Punkt sind sich Laura und Julian einig. Geldmangel sollte kein Grund sein, seine unternehmerischen Träume nicht zu verfolgen. Denn neben den Banken, die Startups in der Regel nur zögerlich finanzieren, gibt es zahlreiche Alternativen. Zu diesen gehören z. B. Business Angels (private Investoren), das Crowdfunding, Die meisten Menschen, die sich für ein Projekt interessieren, sind Freunde und Familie, professionelle Risikokapitalgeber (z. B. Risikokapitalfonds) oder Partner wie der Pionierfonds der Migros.

Julian hatte anfangs auch kein Geld - und weigerte sich bewusst, anderes Geld anzunehmen. Rückblickend spricht er sogar von einer mentalen Blockade. «Vor sechs Jahren wusste ich nicht einmal, was ein Risikokapitalfonds ist. Heute haben wir 20 Millionen Franken aufgebracht», sagt er. Heute weiss er, dass sich Unternehmer nicht schämen müssen, wenn sie sich Geld leihen. Denn professionelle Investoren investieren in eine Vielzahl von Startups. Wenn nur eines von ihnen den Durchbruch schafft, hat sich das Risiko gelohnt. Julian verweist damit implizit auf die Kehrseite der Medaille des Unternehmertums: Nur ein Bruchteil aller Startups ist wirklich erfolgreich.

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Die Kapitalbeschaffung ist in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung. Es geht nicht nur darum, ein starkes Netzwerk aufzubauen und es von der eigenen Idee zu überzeugen, sondern auch darum, Ausdauer zu beweisen, «denn die Suche nach neuem Kapital ist ein endloser Prozess», wie Laura es ausdrückt. Bis heute hat sie rund 1,5 Millionen Franken gesammelt, auch dank der Hilfe von Kleinanlegern, die jeweils 500 Franken beigesteuert haben. Noii hat mittlerweile über 400 Miteigentümer.

«Kein Geld zu haben sollte kein Grund sein, seine unternehmerischen Träume nicht zu verfolgen».»

«Flexibel und stur sein»

Die Suche nach einem oder mehreren Mitbegründern ist ebenfalls ein zentrales Element des Erfolgs. Laura rät, einige Monate lang zusammenzuarbeiten, bevor man sich festlegt. Sie ist der Meinung, dass es ein grosser Vorteil ist, ein Unternehmen in jungen Jahren zu gründen. «Julian stimmt zu und fügt hinzu: »Man muss hartnäckig an seiner Vision festhalten, aber flexibel und schnell in der Umsetzung sein«. Es ist wichtig, dass der Mitgründer diese Vision teilt, aber auch ergänzende Fähigkeiten mitbringt. In einem Punkt sind sie sich einig: Unternehmer wird man nicht aufgrund eines angeborenen Gens. Unternehmertum ist erlernbar und prinzipiell für jeden zugänglich.

Im Zusammenhang mit verbesserungswürdigen Rahmenbedingungen erwähnte Laura vor allem die strengen Beschränkungen für Veranstaltungen in Lausanne. Die Stadt erhebt auch Steuern auf Tickets, was die Expansion in die Westschweiz nicht gerade erleichtert. Julian bedauert, dass es in der reichen Schweiz nur sehr wenig Risikokapital gibt. Er wünscht sich bessere Anreize, z. B. eine Steuerbefreiung für Risikokapital. «In Grossbritannien kann ich Risikokapitalinvestitionen von der Steuer absetzen. In der Schweiz ist es umgekehrt. Je mehr ich investiere, desto mehr Steuern zahle ich». In den USA dürfen auch Pensionskassen in Risikokapitalfonds investieren. Das hat zur Folge, dass sich früher oder später viele vielversprechende Start-ups dort niederlassen.

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Unter den rund 50 Teilnehmern befand sich eine beeindruckende Anzahl junger Menschen. Es war inspirierend zu sehen, wie viele von ihnen sich vom Unternehmertum angezogen fühlten und über ihre eigenen Projekte in verschiedenen Stadien der Entwicklung sprachen. Von der selbst entworfenen Tasche für Wasserflaschen und Mobiltelefone bis hin zu ihrer eigenen Immobilienverwaltungsfirma. Und vergessen Sie nicht: Wenn die «funktionellen Gummibonbons» mit anregendem Mate-Tee, dessen Wirkung mit der von Koffein vergleichbar ist, jemals ein echter Erfolg werden, werden Sie es zuerst im Schweizer Monat.

Sie haben gerade einen frei zugänglichen Artikel aus unserer Operation gelesen «Unternehmerischer Geist». La version originale, signée Fabian Gull a été publiée en allemand in der Schweizer Monat.

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