«Deadpool 2» - die Rückkehr des komischen Antihelden
Mittwochs im Kino - Marina De Toro
Zwei Jahre nach dem Film Deadpool, Ryan Reynolds kehrt in seinem roten Anzug zurück, um den berühmten Marvel-Antihelden zu spielen in Deadpool 2 Regie: David Leitch. Die Veröffentlichung des ersten Films hatte das Publikum angesichts der Originalität des Konzepts aus den Comics.
Wade Wilson, ein angesehener Söldner, findet sich nach einer extrem brutalen Behandlung gegen seinen generalisierten Krebs entstellt, aber übermächtig wieder. Nunmehr als Deadpool bekannt, wird Wade zum gefürchtetsten Söldner der Welt, doch mehrere Ereignisse bringen ihn dazu, mit der Gruppe von Superhelden zusammenzuarbeiten, vor der er lange Zeit geflohen ist: den X-Men.
Ein Waisenhaus für Mutanten ist in Gefahr, weil ein Junge namens Russell wütend auf die Einrichtung ist und droht, sie mit seinen pyromanischen Fähigkeiten zu zerstören. Die X-Men und Deadpool machen sich sofort auf den Weg, um den Jungen zu kanalisieren. Schon bald verspürt der Antiheld das Bedürfnis, Russell zu beschützen, denn er wird gleich doppelt bedroht: von einem gewalttätigen Waisenhaus und von Cable (Josh Brolin), einem Mann aus der Zukunft, der den jungen Mutanten aufspüren und eliminieren will...
Ein dennoch heldenhafter Antiheld
Während Deadpool im ersten Film eindeutig seine Unabhängigkeit beanspruchte, findet er sich nun in einer Gruppe von Superhelden wieder, mit der er sich nicht identifizieren kann. Außerdem wird er selbst ein Team mit dem Spitznamen «X-Force» bilden, das eine Operation zur Rettung von Russell durchführen soll. Diese Veränderung ist für Deadpool erstaunlich, da er ein sehr arroganter, stolzer und einsamer Charakter ist. Daher fühlt es sich an wie eine heroische Wende dieses Antihelden, der übrigens völlig verrückt und unberechenbar ist und sich selbst nur als den besten Attentäter betrachtet hatte.
Diesmal stellt Deadpool sich selbst in Frage und sucht nach einem Sinn in seiner Existenz, was dieser sonst so obskuren Figur eine zusätzliche Komplexität verleiht. Dennoch werden Fans von schwarzem Humor und Absurdität nicht enttäuscht sein, denn auch wenn Deadpool sich ein wenig auf das Heldentum konzentriert, entfernt er sich keineswegs von seinem gestörten Verhalten und seiner legendären Ironie.
Referenzen und Handeln
Deadpool ist nicht nur ein Unterhaltungs- und Actionfilm, sondern vor allem ein Nest, das von Anspielungen auf die Welt des Kinos und der Filmindustrie wuchert. Popkultur. Daher ist es schwierig, Witze oder Referenzen zu erfassen, wenn man sich nicht mit den Superheldenfilmen auseinandergesetzt hat oder mit der Populärkultur vertraut ist. Die Fülle an Verweisen war schon im ersten Film beeindruckend, aber Deadpool 2 reiht Zeichen und Augenzwinkern fast auf die Minute genau aneinander!
Neben der Menge ist auch die lange Liste der Referenzen sehr vielfältig und liegt etwa zwischen der Kritik von Green Lantern und ein Lied von Céline Dion als Titelsong. Nicht zu vergessen ist natürlich Stan Lees blitzschnelle und stets geschickte Präsenz. Dennoch überschattet das Monopol der Witze manchmal ein wenig die anfänglich düstere Persönlichkeit und die potenziell zerstörerischen Kräfte von Deadpool.
Konkret, Deadpool 2 bietet das, was man nach dem ersten Film von 2016 erwarten konnte. Vor allem immer bessere Actionszenen, eine wenig recherchierte, aber diesem Universum angemessene Handlung, groteske Szenen und viel schwarzen Humor. Die meisten dieser Elemente sind die Erfolgsfaktoren des Phänomens Deadpool, sondern auch, weil er seinen Zuschauern anbietet, für einen Moment in eine schräge Welt einzutauchen, ohne sich die Frage nach Normalität oder Anstand zu stellen.
Schreiben Sie dem Autor : marina.detoro@leregardlibre.com
Fotocredit: © Twentieth Century Fox
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