Rote Karte für «Diego Maradona».»
Mittwochs im Kino - Melisa Oriol
Asif Kapadia, der vor allem für seine Dokumentarfilme über Weltpersönlichkeiten wie Senna (2010) oder Amy (2015) bekannt ist, konnte dieses Mal leider nicht mit dem berühmten Diego Maradona mithalten.
Die Erwartungen sind hoch, wenn man bedenkt, dass es sich bei dem Regisseur nicht um seinen ersten Versuch handelt. Dokumentarfilme sind eine gute Gelegenheit, unser Wissen zu erweitern, vor allem, wenn sie das Leben internationaler und generationenübergreifender Persönlichkeiten beschreiben. Was werden wir über das Leben eines Prominenten erfahren, was wir nicht bereits aus den Medien wissen?
Nach der neunzigsten Minute war es schwer, daran zu glauben. noch
Nun, im Fall von Diego Maradona... nichts. Das Kind aus den argentinischen Favelas, das von der italienischen Bevölkerung zum Gott erhoben wurde, bleibt die schwer fassbare Figur eines Mannes, der von Geheimnissen gequält wird. Von Drogenproblemen über die Verleugnung seines Sohnes bis hin zu seiner Beziehung zur Camorra - nichts Neues unter der Sonne!
Die Erwartung wird noch gesteigert, als wir erfahren, dass Maradona selbst einen Teil der Dokumentation kommentiert. Doch bis zum Ende des Films wird nichts enthüllt, es gibt keine Kommentare oder unbekannte Anekdoten. Was für eine Enttäuschung! Dieser Mann, der auf einem Podest steht, wird nicht greifbar sein.
Me, Myself and I
Der abwechselnde Kommentar mit Diego Maradona bereitet einige Probleme. Ein Dokumentarfilm sollte so objektiv wie möglich sein. Und wieder ist es nicht gelungen. Wie kann man kritisch über jemanden berichten, wenn er seine eigene Geschichte erzählt? Der Blickwinkel und die Haltung des Regisseurs gegenüber dem Fußballspieler sollten etwas differenzierter sein.
Asif Kapadia bewundert sein Thema und das spürt man. Jede Schwäche oder Fehlentscheidung Maradonas wird so gezeigt, dass er zum Opfer wird, anstatt ihm die Schuld zu geben. Um diesen Effekt noch zu verstärken, untermalt dramatische Musik die meisten Sequenzen, die Maradona als verletzlich zeigen. Selbst trotz dieser Theatralisierung ist der Film nicht in der Lage, die Zuschauer zu berühren.
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Der Dokumentarfilm besteht fast ausschließlich aus Fotografien und Videos aus dem Archiv. Es wäre schön gewesen, Maradona so zu sehen, wie er heute ist, und nicht eine Aneinanderreihung von Archivaufnahmen, die im Übrigen einige Doppelungen aufweisen. All dies sind Elemente, die den Zuschauer auf der Ersatzbank zurücklassen. Zwischen Bildmanipulation und Dramatisierung besteht kein Zweifel, Diego Maradona ist ein Dokumentarfilm, der die Qualifikationsprüfung nicht bestehen sollte.
Schreiben Sie der Autorin: melisa.oriol@leregardlibre.com
Fotocredit: © DCM Films
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