Ein kleines Inventar des grivoischen Registers in der europäischen Literatur

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geschrieben von Lea Farine · 29. Dezember 2016 · 0 Kommentare

Le Regard Libre N° spécial «Langue française» - Léa Farine

«Mieulx est de ris que de larme escripre, pour ce que rire est le propre de l'homme», schreibt Rabelais in Gargantua. Auch die Beherrschung der Sprache und eine gewisse Kreativität im Bereich der Sexualität sind dem Menschen eigen. Daher ist es nur logisch, dass das Genre des Schimpfworts eine der eindrucksvollsten Ausdrucksformen der menschlichen Distinktion ist. Nichts gegen die Traurigen, die sich in eine steife Würde hüllen. Es wäre für ihre Erhebung vorteilhafter, die Motten aus diesem falschen Gewand zu schütteln, denn um den Geschmack (und die Reinheit) des Weißen wiederzufinden, geht nichts über eine feine (natürlich höfliche) Bezeichnung. Man kann unter dem Deckmantel des Anstands die Freuden des Spiels verleugnen, aber mir scheint, dass kein Mann (oder Frau) jemals stark genug für diese Rechnung ist. Es ist in der Tat nichts Vulgäres daran, Themen zu ästhetisieren, die niederträchtig erscheinen

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