«Frank V» im Théâtre de la Cité in Freiburg

3 Leseminuten
geschrieben von Loris S. Musumeci · 23. Februar 2018 · 0 Kommentare

Loris S. Musumeci und Jonas Follonier

Kann ein so dramatisches Thema wie die Geldsklaverei zum Lachen bringen? Ja, bei Dürrenmatt schon. Sein Stück, Frank V, Im Mittelpunkt des Films steht der Bankier Gottfried, genannt der Philanthrop. Er ist der fünfte in seiner Dynastie, der die reiche und unehrliche Bank der Franks leitet. Dieser interessiert sich jedoch mehr für Philosophie und Poesie als für Finanzen.

Zudem gerät die Bank finanziell ins Straucheln, was Gottfried dazu veranlasst, seinen Tod vorzutäuschen. Eine ebenso burleske wie tragische Beerdigung ermöglicht es der Familie, eine beträchtliche Summe Geld von den Versicherungen zu erhalten. Doch welchen Preis muss man zahlen, um über den Betrug zu schweigen?

Die Truppe des Théâtre de la Cité in Freiburg bringt dieses avantgardistische Stück unter der Regie von Etienne Corpataux bis zum 3. März in ihren Räumlichkeiten auf die Bühne. Der Zuschauer kann sich dort an einem Schauspiel auf hohem Niveau erfreuen, das der tragikomischen Tiefe des Stücks gerecht wird. Frank V lädt zudem den Gesang zum Tanz ein und schafft so einige heitere Momente im Stil eines Musicals.

Schließlich zeugt auch die Bühnenbildgestaltung von einer ausgeprägten Sorgfalt. Der Saal ist klein, ebenso wie die Bühne. Es steht diesem Theatergenre daher gut zu Gesicht, sich mit einem genau richtig dosierten Bühnenbild ausfüllen zu lassen. Die Musik wird von dem talentierten Aminoël Meylan komponiert und interpretiert, der halb Barkeeper, halb Pianist ist. Auf der Bühne befinden sich drei Stationen: das Café, das Büro der Geschäftsleitung und der Bankschalter. Jede hat ihr eigenes, charakteristisches Element, was eine schlichte Atmosphäre schafft, ohne in übertriebenen Minimalismus zu verfallen. All dies steht im Dienst einer unterhaltsamen und zum Nachdenken anregenden Aufführung.

Théâtre de la Cité de Fribourg (TCF), Grandes-Rames 36, 1700 Freiburg.
23.02. (20:30 Uhr) – 24.02. (20:30 Uhr) – 25.02. (17:30 Uhr) – 1.03. (20:30 Uhr) – 2.03. (20:30 Uhr) – 3.03. (20:30 Uhr).
Weitere Informationen unter www.tcf.ch

Schreiben Sie den Autoren: [email protected] / [email protected]

Fotocredits: © Loris S. Musumeci für Le Regard Libre

Einen Kommentar hinterlassen