Autorin: Kelly Lambiel
Kelly Lambiel

KELLY LAMBIEL

«Die Mitte des Horizonts» - am Scheideweg eines Lebens

«Die Mitte des Horizonts» - am Scheideweg eines Lebens

Die Verfilmung eines Romans ist heutzutage im Kino nichts Ungewöhnliches mehr. Aber ein mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnetes Buch auf die Leinwand zu bringen, wenn man selbst erst einen Spielfilm auf dem Buckel hat, ist schon ziemlich ambitioniert. Vom Autor über den Hauptdarsteller bis hin zum Produktionsteam und der Regisseurin ist Die Mitte des Horizonts ein (fast) reinrassiges Schweizer Produkt, dem es gelingt, sich mit viel Lokalkolorit aktuellen und vor allem universellen Themen zu öffnen.
«Ein Regentag in New York» - ein angenehmer kleiner Sommernebel

«Ein Regentag in New York» - ein angenehmer kleiner Sommernebel

Der Film Ein Regentag in New York, der ursprünglich für 2018 geplant war und aufgrund der Anschuldigungen wegen sexueller Übergriffe gegen seinen Regisseur Woody Allen als begraben galt, kommt nun in die Kinos. Und auch wenn die durch die #MeToo-Bewegung neu entfachte Affäre aus dem Jahr 2013 stammt, ist die Situation für den Zuschauer heikel. Soll man den Filmemacher und sein Werk boykottieren, so wie einige der Protagonisten, die Gerüchten zufolge ihre gesamte Gage an eine Organisation gespendet haben, die Opfern sexueller Belästigung hilft? Oder sollte man auf die Unschuldsvermutung setzen, die für den Angeklagten noch immer gilt, da bislang noch keine Anklage erhoben wurde?
«Roubaix, ein Licht» oder die perfekte Illustration eines Oxymorons

«Roubaix, ein Licht» oder die perfekte Illustration eines Oxymorons

Wenn man seine Werke bei den Filmfestspielen in Cannes vorstellt, ist es nicht verwunderlich, dass sie in die Kategorie «Autorenfilme» eingeordnet werden. Dieses Etikett passt ziemlich gut zu Arnaud Desplechins Werk, auch wenn es sich als etwas einschränkend erweist. Mit Spielfilmen wie Comment je je suis disputé... (ma vie sexuelle), Ester Kahn, Un conte de Noël oder La Sentinelle hat der Regisseur mehrfach bewiesen, dass er in der Lage ist, verschiedene Stile und Register zu erkunden. In Roubaix, une lumière bleibt er zwar einigen Themen treu, versucht sich aber am Genre des poetischen Realismus, nicht ohne eine gewisse Virtuosität.