«Pupille»: l’adoption ou la promesse de l’aube

3 Leseminuten
geschrieben von Thierry Fivaz · 12. Dezember 2018 · 0 Kommentare

Les mercredis du cinéma - Thierry Fivaz

Eine junge Frau (Leïla Muse) meldet sich allein an der Rezeption eines Krankenhauses in einer französischen Stadt. Sie ist schwanger. In wie vielen Wochen genau? Sie weiß es nicht. Sie wollte keine Schwangerschaftsuntersuchung. Was sie jedoch weiß, ist, dass sie bald entbinden wird und dass sie das Kind, das sie gleich zur Welt bringen wird, nicht will. Sie gibt dem Kind einen Namen: Theo. In diesem Zustand kann der Säugling nicht adoptiert werden. Innerhalb von zwei Monaten kann seine Mutter ihre Entscheidung rückgängig machen. Es muss also eine provisorische Familie gefunden werden, bevor die Adoptionsbehörde endlich richtige Eltern für das Kind finden kann.

Mit Mündel, Jeanne Herry (Sie liebt ihn) zeigt uns realistisch, einfühlsam und sensibel, wie die verschiedenen staatlichen Stellen (die Adoptionsbehörde, das Jugendamt usw.) zusammenarbeiten, um die Waisenkinder zu unterstützen, für die sie verantwortlich sind. Kinder, deren Lebensanfang schwierig und turbulent war, die aber auch ein Recht auf Glück haben.

Auch wenn es sich hier tatsächlich um einen Spielfilm und nicht um einen Dokumentarfilm handelt, gelingt der jungen Regisseurin das dreifache Kunststück, einen Film zu schaffen, der sowohl fundiert als auch bewegend ist, ohne dabei jemals in das pathos oder die Karikatur. Ein intelligenter und einfühlsamer Film, dessen Thema die Kinder sind, die unter x dem man Eltern zuweisen muss, bleibt dem Privatleben der Regisseurin jedoch fremd. Sie ist Mutter von zwei «leiblichen» Kindern und hat die Erfahrung einer Adoption nicht aus erster Hand gemacht. Eine oft wenig bekannte Realität, die Herry durch das Prisma der Fiktion enthüllt und analysiert – einer Fiktion, die sie in der Realität verankert. (Anmerkung der Redaktion: Die Geschichte spielt in der Bretagne und in der Stadt Brest).

Wenn der Geist von Mündel se fait plutôt optimiste, la réalisatrice n’hésite pas à montrer la réalité des procédures d’adoption: l’attente (insoutenable) des couples qui désirent avoir un enfant, les exigences que ceux-ci doivent remplir, les refus qu’ils peuvent connaître lorsque le Service d’adoption ne les estiment «pas encore prêts». Rend compte de cette dure réalité une scène dans laquelle Lydie (Olivia Côte), une travailleuse sociale, doit annoncer à un couple qui attend depuis des années que l’agrément d’adoption leur est refusé. Un coup rude pour ce couple qui rêve d’avoir un enfant. Cependant, comme la travailleuse sociale l’explique, ce non-agrément ne signifie pas qu’on les considère comme étant inaptes à être parents, mais qu’on les estime inaptes à être parents d’un enfant qui, toute sa vie, portera avec lui une histoire singulière. Il ne s’agit pas, en somme, de trouver un enfant pour des parents en manque, mais de trouver des parents pour un enfant aux besoins particuliers.

Abgesehen davon, dass der Film ein Thema behandelt, das im Kino bisher kaum Beachtung gefunden hat, Mündel überrascht zudem durch seine Besetzung. In der Rolle des Jean, des Pflegeelternteils, dem Théo in den ersten beiden Monaten seines Lebens anvertraut wird, überrascht Gilles Lellouche. Derjenige, der zusammen mit Dujardin in den Untreue muss nun die Rolle des Kindermädchens für ein Kleinkind übernehmen. Eine Rolle, die ihm wie angegossen passt. Lellouche macht Jean zu einer zurückhaltenden, einfühlsamen und aufmerksamen Figur, einem modernen Mann (Jean ist Hausmann), der von Zweifeln geplagt wird und einfach nur «alles richtig machen» möchte. Eine männliche Präsenz, die in dieser eher von Frauen geprägten Welt aus dem Rahmen fällt und die entgegen den Klischees zeigt, dass auch ein Mann Aufgaben übernehmen kann, die die Welt von gestern war den Frauen vorbehalten.

Diese Modernität der Erzählung verkörpert auch Alice (eine wunderbare und berührende Elodie Bouchez), die Mutter des kleinen Théo wird, obwohl sie unverheiratet ist. Die Öffnung der Adoption für Alleinstehende stellt in der Tat auch heute noch eine Hürde für Menschen dar, die ein Kind adoptieren möchten. Viele Länder weigern sich nach wie vor, ihre Mündel an unverheiratete Personen zu vermitteln.

Und schließlich darf man natürlich nicht die Bedeutung des Blicks unerwähnt lassen (die zweite Mündel) und der Sprache in diesem Film? Un long-métrage que je vous conseille justement d’aller regarder.

Schreiben Sie dem Autor: [email protected]

Bildnachweis: © Frenetic Films

[Tabelle id=42 /]

Einen Kommentar hinterlassen