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«Solaris»: Ein Film im Wasser und im Wasser darüber hinaus3 Leseminuten

von Loris S. Musumeci
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Les mercredidis du cinéma - Sonderausgabe: Die Coronaretrospektive des Kinos stellt Ihnen Tarkovskij vor - Loris S. Musumeci

Eröffnung des Films. Totale auf den Fluss. Schwimmt das Wasser an der Wasseroberfläche. Stille. Rascheln der Algen. Ein von der Natur komponierter Soundtrack. Fliegt die Fliege. Wiehert das Pferd. Bellt der Hund. Solaris öffnet sich für das Leben. Das Leben ist das Wasser. Aber Wasser ist noch viel mehr. Es gibt das Wasser auf der Erde, das befeuchtet und überflutet. Das Wasser, das vom Himmel regnet, das Wasser, das von der Stirn tropft, das Wasser, das aus den Augen fließt. Das Wasser darüber hinaus. Das Wasser, das wir nicht kennen. Das Wasser, das Geheimnisse birgt. Das Wasser des Ozeans. Der Ozean von Solaris.

Solaris, das ist der faszinierende Planet, der von Kosmonauten entdeckt wurde. Sie waren in großer Zahl angereist, hatten eine Forschungsstation errichtet, aber nur drei wurden nun für lebendig erklärt. Dieser Planet ist vollständig mit Wasser bedeckt. Denn dieses Wasser scheint psychologische Auswirkungen oder sogar noch mehr auf die Wissenschaftler auf Solaris zu haben. Man beschließt daher, den brillanten Psychologen Kris auf den Planeten zu schicken, damit er die Situation aus eigener Anschauung beobachten kann. Damit er einen Bericht über die Unzurechnungsfähigkeit der Wissenschaftler dort erstellen kann, oder damit er die tatsächlichen und konkreten Auswirkungen dieses Wassers auf den menschlichen Geist verstehen kann.

Solaris, ein Planet. Solaris, der Film. Ein absolutes Meisterwerk. Weil er von Tarkowski inszeniert wurde und weil Tarkowski es nicht versäumt, die Symbole und Gedanken, die ihm wichtig sind und die ihn von Film zu Film begleiten, in den Film einfließen zu lassen. Es ist alles da. Eine Fotografie, die einem den Atem raubt. Selbst die Spezialeffekte, über die sich Tarkowski selbst jedoch lustig macht, haben bis heute ihren Reiz behalten. Jeder Satz, jedes Wort hat sein Gewicht. Das Drehbuch ist fein ziseliert, wertvoll und geizt mit Geschwätz. Jede Silbe, die von den Schauspielern gesprochen wird, ist philosophisch. Ein erschütternder Spielfilm. Aus dem man nicht unbeschadet herauskommt. Zu viele Gedanken, zu viele Fragen, zu wenige Antworten.

Das Schuldgefühl treibt die Regie an, die unaufhörliche Rückkehr der Vergangenheit rhythmisiert die Regie, und die Präsenz des Wassers belebt die Regie in jeder Hauptszene neu. Das Wasser ist ein roter Faden. Der in jedem entscheidenden Moment wiederkehrt. In all seinen Formen. Das Wasser, das dem Leben seinen Lauf lässt. Das Wasser, das man trinkt. Das Wasser, das man schwitzt. Das Wasser, das tötet. Wasser, das im Überfluss in ein Haus fließt und den Betrachter verwirrt. Das Wasser des Ozeans in Solaris, das, ob teuflisch oder engelhaft, verstorbenen Wesen, die der Vergangenheit angehören, Fleisch verleiht. Ein Wasser, das uns in der Schlussszene des Films ratlos zurücklässt. Als Kris als verlorener Sohn seinen Vater wiederfindet, vor ihm niederkniet und die Kamera aufsteigt, scheint das Wasser eine jenseitige Erscheinung anzunehmen. Wasser, die Quelle des Lebens? Die Quelle der Illusion?

Sehen Sie den Film in der Originalversion mit französischen Untertiteln:

Schreiben Sie dem Autor: loris.musumeci@leregardlibre.com

Fotocredit: © Potemkine Film

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