«Cutterhead»: U-Bahn, Arbeit, Klaustrophobie

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geschrieben von Jonas Follonier · 10. Juli 2018 · 0 Kommentare

Neuchâtel International Fantastic Film Festival (NIFFF) - Jonas Follonier

Die erste Einstellung des Films, in der es bergab geht, ist unmissverständlich: Unten wird es passieren. Eine neue U-Bahn wird gebaut und die PR-Fachfrau Rie begibt sich in die riesige unterirdische Baustelle, um den Arbeitern einige Fragen zu stellen und ihren Alltag kennenzulernen. Doch als sie sich in einen kleinen Raum drängt, um zwei der Arbeiter in ihrem täglichen Umfeld zu interviewen, ist ein erstes alarmierendes Zeichen zu hören: ein Alarm, ausgerechnet.

Aus Sicherheitsgründen ist Rie gezwungen, in einer Art gepanzerter Kammer eingesperrt zu bleiben, die noch beengter ist. Die Temperatur steigt auf dem Thermometer: dreißig, vierzig, fünfzig Grad. Willkommen in der Sauna – oder besser gesagt: in der Hölle. Zum Glück kann sie sich endlich wieder zu den beiden Arbeitern gesellen, mit denen sie sich zuvor unterhalten hat. Aber an ein Verlassen des Raums ist nicht zu denken: In dem riesigen Stollen ist ein Feuer ausgebrochen. «Das Einzige, was wir tun können, ist abwarten.»

Der Spielfilm, der auf einem entschieden realistischen Ansatz basiert, wirkt wie ein fiktionaler Dokumentarfilm. Wir erleben in Echtzeit das Warten der drei Figuren, die im Feuer gefangen sind. Um die Logik konsequent zu Ende zu führen, hätte man diesem Überlebensfilm vielleicht gar nicht erst den beklemmenden Soundtrack hinzufügen sollen, der uns an den filmischen Charakter dieser «Mise en abîme» erinnert.

Dieser Spielfilm ist zwar nicht lang, wirkt aber dennoch etwas langatmig, was vielleicht auch daran liegt, dass die soziale Metapher über das Schicksal der Flüchtlinge in die Handlung eingeflochten wurde und dass die von Christine Sønderris verkörperte Hauptfigur nicht unbedingt das Wohlwollen des Zuschauers weckt. Positiv hervorzuheben sind hingegen die sehr gute schauspielerische Leistung von Krešimir Mikic sowie das Ende des Films, das eine echte Ästhetik der Filmkunst erreicht. Ein Überleben in beengten Räumen einen Film von knapp einer Stunde und dreißig Minuten, den man sich am Mittwoch, dem 11., beim NIFFF noch einmal ansehen kann.

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Schreiben Sie dem Autor : jonas.follonier@leregardlibre.com

Fotocredit: © NIFFF

Jonas Follonier
Jonas Follonier

Bundeshauskorrespondent für «L'Agefi», Singer-Songwriter, Jonas Follonier ist Gründer und Chefredakteur von «Regard Libre».

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