«Der Film »Amoureux de ma femme": Die Phantasien von Daniel Auteuil und diesen Herren
Mittwochs im Kino - Loris S. Musumeci
« Ich will lachen, reisen und vögeln.»
Daniel (Daniel Auteuil) kommt aus seinem Verlagshaus. Er geht mit entschlossenem und schnellem Schritt, die Akten unter dem Arm. An der Straßenecke trifft er auf Patrick (Gérard Depardieu), seinen alten Freund. «Wir müssen uns zum Abendessen verabreden», sagt Patrick. Daniel ist begeistert und bietet ihm sogar an, am Samstag zu ihm nach Hause zu kommen. Plötzlich denkt er daran, wie seine Frau Isabelle (Sandrine Kiberlain) reagieren würde, wenn er ihr die Nachricht überbringt: eine Katastrophe. Patrick hat nämlich Laurence, Isabelles beste Freundin, verlassen und sich mit der jungen, sinnlichen Emma (Adriana Ugarte) eingelassen, die wahrscheinlich nicht einmal halb so alt wird wie er.
Schließlich wird das Abendessen zwischen Daniels Ungeschicklichkeit, der ohne Überzeugung versucht, das Datum zu verschieben, und Patricks Beharrlichkeit auf Samstag festgelegt. Isabelle stimmt nach einer rhetorischen Operation ihres Mannes zu. Der große Abend kommt. Die Stimmung ist angespannt. Patrick und Emma tauchen auf. Daniel ist wie betäubt. Er wird von Emma verführt wie ein Teenager, der die Liebe entdeckt. Und dann wird ihm schlecht: Nicht nur, dass der Altersunterschied enorm ist, die junge Frau ist auch schon mit Patrick liiert. Das Abendessen verspricht viele Patzer und Phantasien.
Die Kritiker waren extrem streng mit Daniel Auteuil, nicht nur wegen seiner schauspielerischen Leistung, sondern auch und vor allem wegen seiner gesamten Regiearbeit. Einige Vorwürfe sind legitim, andere beweisen nur eine krasse und ideologische Böswilligkeit seitens dieser Kritiker, die Humor nur dann akzeptieren, wenn er sie in ihren kleinen Überzeugungen bestärkt und ihnen das Fell streichelt. Kurzum, Verliebt in meine Frau kann getadelt werden, aber man kann sich nicht über ihn auskotzen, wie es so viele Journalisten genüsslich getan haben.
Der Film ist unter dem Genre der Komödie tatsächlich nicht urkomisch. Er ist nicht einmal sehr lustig, das versteht sich von selbst. Dennoch ist er recht sympathisch und angenehm, wie die meisten aktuellen französischen Komödien. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Man kann tatsächlich Daniels Stottern gegenüber Emma genießen, man kann über Daniels eingefrorenes Lächeln lachen und man kann schließlich die Intelligenz besitzen, die absichtliche Lächerlichkeit des Films zu verstehen. Man kann aber auch die Figur Daniel als nervig, den Film als altmodisch und die Komik - insbesondere die Kamera, die die Figuren um den Tisch herum in einer Nahaufnahme einschließt, oder die einfache Gestenkomik - als zu klassisch oder sogar überholt bezeichnen.
Die Behauptung, der Film sei frauenfeindlich und sexistisch und Daniel Auteuil, «dieser alte Knacker, der glaubt, er könne in seinem Alter noch eine junge Frau verführen», sei eine Beleidigung für Isabelles Figur und alle Frauen, ist hingegen falsch! Die Kritiker, die auf diese Weise auf dem Film herumhacken, haben ihn schlichtweg nicht verstanden. Zu keinem Zeitpunkt werden Frauen auf erniedrigende Weise bloßgestellt. Auch zeigt der Film zu keinem Zeitpunkt einen Daniel, der auch nur den Hauch einer Chance hätte, Emma zu verführen. Selbst Patrick hat sie in Wirklichkeit nie verführt.
Verliebt in meine Frau trägt eine moralische Botschaft in sich und erklärt ein Loblied auf Frauen und Ehefrauen. Obwohl diese ein wenig zu sichtbar und zu schwer auf die Leinwand gebracht erscheint, haben sie wohl einige nicht verstanden. Der Film handelt von den Phantasien der Männer und ihrer Stabilität, wenn sie älter werden; sie können die schönste Frau der Welt an ihrer Seite haben, dass sie schließlich eine Krise erleben und sich das Glück anderswo vorstellen, in einer Rückkehr zur Jugend, bevor sie in die Realität zurückkehren und sie lieben, so wie sie ist. All die Traumszenen sind nicht umsonst Karikaturen einer Jugend, die aus der Asche des Alters aufsteigt. Und Daniel stellt sich vor, wie er als Schriftsteller mit offenem Hemd in Venedig steht und Emma zuflüstert: «Du bist mein Glück, mein Leben, meine Jugend». Unter uns, meine Herren, wer kann sich da nicht wiederfinden?
«Ich war so ein Idiot.»
Schreiben Sie dem Autor : loris.musumeci@leregardlibre.com
Fotocredit: © Praesens-Film
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