Die «Flatliners» wären besser in ihren Gräbern geblieben
Les mercredis du cinéma - Hélène Lavoyer
«Es ist ein guter Tag zum Sterben.»
Auf Anregung der Medizinstudentin Courtney (Ellen Paige) schließen sich vier ihrer Kollegen ihr an und nehmen an einem seltsamen Experiment teil: Sie verursachen an sich selbst einen Herzstillstand, lassen das Herz für einige Minuten stillstehen ... bevor die anderen die Aufgabe übernehmen, denjenigen, der sich selbst losgelassen hat, wieder ins Leben zurückzuholen.
Nach dem Experiment werden Courtney, Jamie (James Norton), Marlo (Nina Dobrev) und Sophia (Kiersey Clemons) ihre intellektuellen Fähigkeiten verändert sehen, bei jedem auf andere Weise. Nur Ray - gespielt von Diego Luna - ist misstrauisch und hütet sich davor, mit dem Tod zu spielen. Zu Recht? Vielleicht, denn nach und nach schleichen sich erschreckende und übernatürliche Ereignisse in das Leben seiner Freunde ein, bis es schließlich zu einer Tragödie kommt...
Die neue Version des Films Flatliners - Das verbotene Experiment ist in vielerlei Hinsicht ein Misserfolg. Erstens, und das ist einer der größten Fehler des Verleihs, ist der Film erst ab 16 Jahren freigegeben und erscheint unter der Kategorie Horror. Der Soundtrack führt zwar zu Beklemmungen und manchmal sogar zu Angstzuständen. Dennoch gibt es nicht einen Hauch von Fantasie, Neuem oder Unerwartetem, der die 90 Minuten im Kinosaal belebt. Horrorfilmfans werden wahrscheinlich enttäuscht sein.
Was die Darsteller betrifft – die bis auf Ellen Paige aus einem eher unbekannten Cast stammen –, kann man an der schauspielerischen Leistung nichts bemängeln. Die ’Gruselszenen« wurden äußerst professionell umgesetzt, und die Szenen, in denen die festliche Seite der einzelnen Figuren zum Ausdruck kommt, wirkten recht natürlich.
Ein Bedauern bleibt jedoch bestehen: die mangelnde Originalität ihrer Charaktere. Die Gruppe besteht aus für das Kino banalen Figuren: ein hübscher «Junge» und sein weibliches Pendant, zwei «Schmuckstücke» und ein Klugscheißer. Aus den missglückten Dialogen und Szenen geht zudem hervor, dass die Casting-Direktoren weniger auf die Qualität der Darstellung als vielmehr auf die der Nachahmung geachtet haben.
In der Vielzahl der behandelten Themen – wie das Übernatürliche, die Wissenschaft, Trauer, Akzeptanz, Jugend oder das Über-sich-Hinauswachsen – verlieren die Figuren an Tiefe, da sie sich in so unterschiedlichen und nur lose miteinander verbundenen Kontexten bewegen.
Hollywood hat siebenundzwanzig Jahre gewartet, bevor es die Kopie von Flatliners erschien 1990. Hatten die Studios vielleicht gehofft, dass diese Jahre ihren Mangel an Fantasie verwischen würden? Steckt hinter diesem unübersichtlichen «Flickenteppich» eine Botschaft? Auf jeden Fall bleiben wir bei der ersten Version, die sowohl in technischer als auch in interpretatorischer Hinsicht interessanter ist.
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Bildnachweis: © Pop Inquierer
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