In seinem neuesten Roman greift der französische Autor Alexandre Duyck eine helvetische Begebenheit auf, um eine universelle Erzählung über Familie und Trauer zu weben.
Die Sachen eines verstorbenen Angehörigen auszusortieren, ist oft Teil der Trauerarbeit. Ludivine Ribeiro hat diese Übung noch weiter getrieben. Sie hat ein Buch veröffentlicht. Eine Art und Weise für die Genfer Autorin, einen Lebensabschnitt zu erzählen. Das eigene und das ihrer Familie. Ein sanftes und therapeutisches Buch.
Am Wasser liegend, mit nach Sonnencreme duftenden Seiten, habe ich diesen Roman aus dem Jahr 2017 gelesen...
Unmögliche, phantasierte, getötete Liebschaften
Melanie ist einundzwanzig und ihre Eltern haben sich gemeinsam für den assistierten Suizid entschieden, nachdem Monsieur an Krebs erkrankt war und Madame nicht mehr ohne ihn weiterleben konnte. Vor dem Hintergrund von Radio Nostalgie, das in dem Lausanner Abschlagraum, in dem sie als Kellnerin arbeitet, läuft, versucht Melanie zu trauern. Sie versucht, es zu versuchen - was keine leichte Aufgabe ist. Alles verweist sie nun auf Totes oder Untotes. Die Stadt ist von Geistern bevölkert, genau die Geister, die das Mädchen, das sie einst war, in ihren Nächten abwehrte. Sie beginnt eine Beziehung mit einem jungen Mann namens David, der ihr in gewisser Weise als Spiegel und Heiler dient.
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